Mittwoch, 17. Februar 2010

Jarhead (2005)

"Jarhead" mag dem Genre des Antikriegsfilms nichts wesentlich Neues abgewinnen, doch ist die Thematik "Krieg ist sinnlos", auf die dieses Genre letztlich reduziert werden muss, ohnehin kaum ausbaufähig. Trotzdem ist "Jarhead" ein guter Film. Er vermeidet jeden Patriotismus, gleitet auch nicht in Spielbergschen Kitsch ab, sein Ton ist durchgehend ironisch, intelligent und bitter. Man kann sich sogar darüber streiten, ob er überhaupt ein Antikriegsfilm ist, da ein Krieg im ganzen Film nicht stattfindet, sondern lediglich das Warten auf einen möglichen Einsatz, der aber nie kommt. Die Darsteller, allen voran Jake Gyllenhaal, spielen hervorragend, und die Bildästhetik von Regisseur Sam Mendes ("American Beauty") und Kameramann Roger Deakins ist äußerst beeindruckend. Einige Sequenzen sind schlicht brillant (wie das reiterlose und verirte Pferd inmitten brennender Ölfelder), und dem Film gelingt das schwierige Unterfangen, ununterbrochene Langeweile der Soldaten zu erzählen, ohne dass der Films elbst eine Sekunde lang langweilig wäre. Wenn man sich nicht an der derben Ausdrucksweise der Figuren stößt (warum auch?), kann man hier bedenkenlos zugreifen, als Drama und Kommentar zur aktuellen politischen Lage (obwohl nicht heutig angelegt) ist "Jarhead" allemal sehenswert.

07/10

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