Samstag, 13. Februar 2010

Jagd auf die Poseidon (1979)

"Poseidon Inferno" (1976) erzählte vom Überlebenskampf ener kleinen Gruppe von Passagieren an Bord eines Luxusdampfers, der in der Silvesternacht kenterte und kieloben im Wasser trieb.
Die Fortsetzung "Jagd auf die Poseidon" setzt am nächsten Morgen ein, nachdem die Überlebenden geborgen wurden. Diesmal wird die immer noch nicht gesunkene Poseidon von zwei Gruppen geentert, die es auf im Schiff verborgenes Geld, Diamanten und Waffen abgesehen haben. Weitere Überlebende tauchen ebenfalls auf, und ein erbitterter Kampf beginnt im Inneren des Luxusliners...

So spannend und aufregend sich das Ganze anhört, so schwach ist die Umsetzung der Story leider geworden. Regisseur Irwin Allen ist zwar ein ordentlicher Action-Regisseur (wenn auch kein begnadeter), aber er hat kein Gespür für Spannung oder Atmosphäre. Bei der Schauspielführung versagt er gnadenlos. Selten hat man ein so illustres Ensemble von guten Darstellern so laienhaft agieren sehen. Telly Savalas ist als Erzschurke noch glaubwürdig, aber Michael Caine ist - ebenso wie in Irwin Allens "Der tödliche Schwarm" - als kämpferischer Held absolut fehlbesetzt. Sally Field nervt durch ihr ständiges Geplapper und die dick aufgetragenen Versuche, etwas Humor in die lahme Story zu bringen.

Dazu gesellen sich einige wirklich absurde Einfälle, wie Jack Warden als blinder Passagier, der mit Blindenstock durch das Wrack tappt. Das Besondere am Original "Poseidon Inferno" waren die detailgetreuen Sets, die sämtlich kopfüber gestaltet wurden und eine unheilschwangere, klaustrophobische Atmnosphäre. Die Sets sind auch hier wieder seitenverkehrt, aber ohne jede Liebe entworfen. Im Grunde sieht man nur Treppengeländer, Rohre und Müll (Kartons, Kisten, Möbel), durch die sich die Figuren kämpfen. Alles wirkt eher billig, das beginnt schon mit der ersten Einstellung nach dem Vorspann.

Wenn sich Michael Caines kleiner Frachtkahn durch den Sturm kämpft, sieht man förmlich die Wasser-Eimer, mit denen von links und rechts Wasser gegen die Schiffskulisse vor einer schlechten Rückpro geworfen wird. Beinahe alle Räume und Gänge sind hell erleuchtet, die Filmbilder sind streckenweise so flach, als handelte es sich um ein TV-Movie. Dass sich die Handlung unter Wasser abspielt, wird fast vollkommen ignoriert. Das Schiff und die Sets bewegen sich praktisch nie (außer bei den Explosionen, die immer dann stattfinden, wenn die Spannung durchhängt oder einer der Darsteller geopfert werden muss, man kann praktisch die Uhr danach stellen), und erst in der 70. Filmminute dringt mal Wasser ein.

Positiv zu bemerken wäre das Tempo des Films, das einem nicht viel Zeit lässt, über die groben Schwächen nachzudenken. Zudem besitzt er einen Trash-Charme, der ihn trotz der albernen Einfälle ansehbar macht. Für Fans des Originals ist "Jagd auf die Poseidon" schon mal einen Blick Wert, man sollte aber bloß keine hohen Erwartungen haben, dann kann der Film noch einigermaßen unterhalten. Ansonsten ist er eher zu vernachlässigen.

04/10

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...