Dienstag, 16. Februar 2010

Hinter dem Rampenlicht (1979)

"All that Jazz" verabschiedete sich seinerzeit brillant von allen Klischees der alten Hollywood-Musicals und schlug in Musik, Choreografie und Inszenierung völlig neue Wege ein. Die Geschichte eines alternden Broadway-Regisseurs, der sich zwischen Pillenkonsum, Kettenrauchen und Sexgeschichten zu Tode arbeitet, hat bis heute nichts von ihrer Kraft und Modernität verloren - vergleicht man All that Jazz mit modernen Musicals à la Andrew Lloyd Webber, kann man nur den Kopf schütteln, wie viele Jahrzehnte das Genre wieder zurückgefallen ist, nachdem es so glänzende Erneuerer gab (Regisseur Bob Fosse inszenierte auch den innovativen "Cabaret").

"All that Jazz" hat ein enormes Tempo, ist rhythmisch und visuell ein Augenschmaus, insbesondere die letzte halbe Stunde inklusive Roy Scheiders großer Sterbe-Nummer, die so bösartig schwarz und surrealistisch ist, dass es einem die Sprache verschlägt. Weitere Highlight sind Roy Scheiders fiktive Gespräche mit einem Todesengel, gespielt von Jessica Lange in ihrer zweiten Filmrolle nach "King Kong".

Ein klasse Film für Zuschauer, die auch Musicals mit Anspruch mögen. Kein Wohlfühl-Film, aber brillant. Die Bild- und Tonqualität der DVD könnte übrigens durchaus besser sein, dafür gibt es als Extra einen sehr interessanten Kommentar von Roy Scheider (zu bestimmten Szenen, nicht durchgängig) sowie Interviews. Die Parallelen zwischen Regisseur Bob Fosse und der von Scheider gespielten Figur sind danach ziemlich klar.

10/10

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