Montag, 15. Februar 2010

Heisses Eisen (1953)

Fritz Langs THE BIG HEAT - HEISSES EISEN aus dem Jahr 1953 gehört zweifellos zu den besten und temporeichsten Film Noirs des amerikanischen Kinos.
Alle klassischen Zutaten sind enthalten - der einsame Cop (Glenn Ford), der sich gegen Korruption innerhalb der Polizei und gegen das organisierte Verbrechen zur Wehr setzen muss, eine Femme Fatale (Gloria Grahame, die Gangsterbraut im Nerz) am Rand der Verzweiflung, düstere Machenschaften, eine mitleidlose Gesellschaft und lakonische, zynische Dialoge ("Ich war arm, und ich war reich - glauben Sie mir, reich ist besser", erklärt Grahame).
Insofern gehört THE BIG HEAT zu den Prototypen des Genres und wird heute noch als Blaupause für Cop-Thriller benutzt, von Lumets SERPICO bis Scorseses THE DEPARTED.

Langs Film besticht durch hohes Tempo und lebendige Kameraarbeit, die Spannung steigert sich unaufhörlich. Geschichte und Figuren sind komplex angelegt. Ein heutiger Film würde für die gleiche Geschichte sicher über zwei Stunden Laufzeit benötigen, Fritz Lang packt alles in unter 90 Minuten. Und man muss den Mut bewundern, mit dem seinerzeit Filmcharaktere bis an die Grenzen der Sympathie (und darüber hinaus) getrieben wurden. So ist Glenn Ford vollkommen überzeugend als einsamer Wolf in bester "Dirty Harry"-Manier, obwohl er beinahe so eiskalt wie seine Widersacher agiert. Neben GILDA ist dies Glenn Fords beste Darstellung und sicherlich bester Film. Gloria Grahame, die heute fast vergessene Königin der B-Filme, spielt ihre laszive Gangsterbraut mit harten und weichen Tönen, sie ist in ihren Widersprüchen in jeder Minute faszinierend und bekommt vom Drehbuch die besten Dialoge. Ebenfalls exzellent: Lee Marvin als kaltblütiger Gangster.

Zarte Gefühle existieren nicht in der Welt von THE BIG HEAT, und so setzte Fritz Lang auch neue Maßstäbe in der Gewaltdarstellung - raelistisch, hart und mitleidlos. Fritz Lang sagte dazu, das Publikum habe mittlerweile keine Angst mehr vor einer Strafe nach dem Tod, stattdessen aber habe es Angst vor Schmerzen. Folgerichtig zeigt er eine Gewalt, die weh tut - dem Zuschauer und den Charakteren. So gehört THE BIG HEAT zu den zynischsten Werken des Film Noir, aber auch zu den Eindrucksvollsten und Modernsten. Ein Klassiker!

09/10

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