Mittwoch, 17. Februar 2010

Hannah und ihre Schwestern (1986)

HANNAH UND IHRE SCHWESTERN war einer der wenigen großen Kinoerfolge von Woody Allen und gehört zu den besten und am leichtesten zugänglichen Werken des Regisseurs.

Obwohl der Film voller ernster philosophischer Fragen steckt, bleibt er doch jederzeit eine in erster Linie romantische Komödie. Obwohl die Charaktere sämtlich neurotisch, anstrengend und verkorkst sind, bleiben sie alle menschlich nachvollziehbar und auf eigentümliche Art sympathisch und liebenswert.

Das liegt zum einen am brillanten Drehbuch, zum anderen an den hervorragenden Darstellern, allen voran Dianne Wiest als koksende Möchtegern-Schauspielerin, die nichts mit ihrem Leben anfangen kann (ein Problem, das viele Allen-Figuren haben und sich wie ein Leitmotiv durch seine Werke zieht) und besonders Michael Caine als hilflos verliebter Trottel, der seine heimliche Liebe zur Schwägerin (Barbara Hershey) nicht offenbaren kann. Caine bekam für seine Leistung einen verdienten Oscar. Woody Allen selbst hat dabei die mit Abstand komischsten Momente als hoffnungsloser Hypochonder. Er glaubt, bald sterben zu müssen und sucht eilig nach dem Sinn des Lebens, was zu köstlichen Szenen führt.

Den Inhalt kann man übrigens kaum befriedigend wiedergeben, der Film handelt (Tschechov lässt grüßen) von drei Schwestern und deren Beziehungsproblemen, erzählt in 16 Segmenten. Er beginnt und endet mit einer Familienfeier, mit jeweils vollkommen unterschiedlichen Konstellationen.

Für Woody Allen-Einsteiger ist HANNAH UND IHRE SCHWESTERN perfekt geeignet. Er ist stellenweise brüllend komisch, sehr temporeich und unterhaltsam, hervorragend gespielt und vor allem sehr optimistisch und lebensbejahend. Woody Allens düstere Gedanken sind dennoch alle vorhanden, genau das macht ihn so großartig.

9.5/10

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