Mittwoch, 17. Februar 2010

Gremlins - Kleine Monster (1984)

Ein etwas anderer Weihnachtsfilm, den man sich auch im Hochsommer ansehen kann, und eine böse Überraschung für alle Eltern, die ihren lieben Kleinen einen harmlosen Gruselspaß mit niedlichen Monstern zeigen wollen. Als GREMLINS 1984 ins Kino kam, hofften viele auf eine rührende Spielberg-Produktion mit staunenden Kinderaugen und bekamen eine schön-schreckliche Horror-Farce, die sogar Erwachsenen die Haare zu Berge stehen lässt, jedem Anflug von Sentimentalität mit abgründigem Witz begegnet und sich darüber hinaus noch herrlich über Frank Capras Edelschnulze "Ist das Leben nicht schön?" lustig macht.

Die Story: zu Weihnachten bekommt der junge Billy (Zach Galligan) ein ganz besonderes Geschenk - Gizmo, den lieben Kuschel-Mogwai, den jedermann sofort ins Herz schließt, für dessen Pflege man sich aber an bestimmte Regeln halten muss. Als diese sämtlich gebrochen werden, sieht sich plötzlich eine ganze Kleinstadt von einer Horde schleimiger, hässlicher kleiner Monster bedroht, denen es höllischen Spaß macht, die romantische Weihnachtsatmosphäre in puren Terror zu verwandeln....

Regisseur Joe Dante schafft es dank seines respektlosen Humors mühelos, innerhalb einer Spielberg-Produktion genau diese hemmungslos zu persiflieren (sogar ein "E.T."-Gag kommt vor). Wenn die Gremlins die böse Hexe des Örtchens per Treppenlift mit Karacho aus dem Hausdach und ins Jenseits katapultieren, eine Kinovorstellung von "Schneewittchen und die 7 Zwerge" sabotieren oder von Billys Mama mittels Mikrowelle und Mixer verhackstückt und zermatscht werden, funktioniert GREMLINS als Märchen, Horrorfilm, Komödie und Satire gleichzeitig.
Vor Dantes Angriffen ist nichts sicher - nicht einmal die bewusst überzeichnete Naivität der Helden. Wenn Phoebe Cates ihren weinerlichen Monolog über ihr schlimmstes Weihnachtserlebnis hält (ihr Vater starb, als er als Weihnachtsmann verkleidet im Kamin stecken blieb), macht sich Dante schon währenddessen darüber lustig - in der Fortsetzung "Gremlins 2" kommt Cates übrigens wieder mit einer sentimentalen Story um die Ecke, bei der alle Anwesenden schon die Augen verdrehen, bevor sie überhaupt angefangen hat.
Zach Galligan ist als tapsiger Billy ebenso kuschelig wie sein unvergesslicher Gizmo, dessen Nachbildung aus Stoff und Gummi ich in den 80ern stolz mein Eigen nennen durfte. Er wurde von mir nicht nach Mitternacht gefüttert und nicht nass gemacht, weswegen ich die 80er schadlos überstanden habe.

Wunderbar gelungen ist auch Billys Vater (Hoyt Axton), der mit seinen Erfindungen (wie der gackernden Eier-Aufschlag-Maschine), die allesamt nicht funktionieren, die gesamte Familie in den Wahnsinn treibt. Wenn er von einer Erfindermesse zu Hause anruft, löst sich ganz nebenbei im Hintergrund die Zeitmaschine aus der gleichnamigen Wells-Verfilmung "Die Zeitmaschine" von 1960 in Luft auf. GREMLINS steckt voller solcher Insider-Gags und ist ein herzerfrischender, zum Brüllen komischer und dazu noch spannender Gruselspaß. Nicht eben für Kinder, aber für das böse Kind in uns allen.

09/10

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