Mittwoch, 17. Februar 2010

Gosford Park (2001)

Es braucht mehrere Anläufe, um alle Figuren, Plots und Subplots, Beziehungsgeflechte und Situationen in GOSFORD PARK zu durchschauen, aber genau das macht ihn zu dem großen, komplexen Meisterwerk, das er ist.

Regisseur Altman versammelt hier ein Ensemble aus britischen Charakterdarstellern (und Ryan Phillippe als einzigem Amerikaner und Zugeständnis für die Zielgruppe), wie es besser nicht zu bekommen ist, und die Schauspieler sind mit solcher Spielfreude am Werk, dass es schlicht ein Genuss ist, ihnen dabei zuzusehen.

Das Oscar-prämierte Drehbuch bietet ihnen brillant geschliffene Dialoge, die von Altman so nebensächlich und oft überlappend inszeniert werden, dass man als Zuschauer das Gefühl bekommt, man wäre tatsächlich unsichtbar unter den Gästen des Landhauses anwesend und würde von allem ein bisschen, aber nie das gesamte Bild mitbekommen.

"Gosford Park" ist natürlich kein Kriminalstück im Stil von Agatha Christie, wie es der Inhalt suggeriert. Die Aufklärung des Mordfalles, der sehr spät im Film stattfindet, ist nur ein Teil des Puzzles, das GOSFORD PARK ausmacht. Wer schon das "Haus am Eaton Place" mochte, wird GOSFORD PARK lieben, ebenso Liebhaber des britischen Humors, hier vornehmlich von Maggie Smith verkörpert - und von Kristin Scott Thomas, die nach dem Tod" ihres Gatten vor der Wahl steht, mit Ryan Phillippe ins Bett zu gehen und nur knapp sagt: "Was soll's, das Leben geht weiter."
Britischer Humor und britische Spitzendarsteller in einem hochkarätigen Ensemblefilm.

09/10

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