Mittwoch, 17. Februar 2010

Gloria (1999)

Gangsterbraut Gloria (Sharon Stone) kommt frisch aus dem Knast und ist auf der Suche nach einem neuen Leben. Als ihr krimineller Ex-Lover (Jeremy Northam) einen kleinen Jungen ermorden lassen will, um an ein wichtiges Beweisstück eines Verbrechens zu kommen, kidnappt sie den Jungen, um ihm das Leben zu retten. Eine mörderische Jagd durch New York beginnt für das ungleiche Paar...

Es ist schwer zu sagen, warum das Remake des John Cassavetes-Klassikers GLORIA von 1980 unterm Strich so unbefriedigend geworden ist, wenn man sich die Namen aller Beteiligten vergegenwärtigt. Sidney Lumet ist ein außergewöhnlicher Regisseur, und die Besetzung mit Sharon Stone scheint zunächst ideal als starke Persönlichkeit, die reden, aber auch zupacken kann. Aber man braucht schon mehr als Mut, wenn man sich an einem so außergewöhnlich guten Original vergreift. Das Drehbuch nimmt gegenüber der Vorlage einige entscheidende Veränderungen vor, die der Story alle mehr schaden als nutzen, gleichzeitig kämpft es mit mehreren unbeantworteten Fragen, die den Film schnell zusammenbrechen lassen (Warum gibt Stone den Jungen nicht einfach bei der Polizei ab?? Sie hat nichts verbrochen!).

Die Besetzung ist ebenfalls problematisch. Northam, ein ansonsten exzellenter Darsteller, ist als Mafia-Untertan fehlbesetzt, er wirkt immer schwach und übersensibel, seine Zuneigung zu der wesentlich älteren Stone unglaubwürdig. Zudem lebt die Geschichte von der Chemie zwischen Gloria und dem Jungen, und dieser ist hier extrem schwach (besonders bitter, weil er im Original so stark war). Er bleibt farb-und hilflos, wirkt oft laienhaft und unsympathisch, und da kann auch Sharon Stone mit ihrer guten Leistung nichts mehr retten.

In der zweiten Hälfte gewinnt der Film deutlich an Fahrt und Tempo, wird spannender, witziger und emotionaler. Der große George C. Scott sowie Cathy Moriarty tauchen spät auf und verleihen dem Film etwas Glanz. Es kommt nur zu spät. Was GLORIA zu bieten hat, sind ein guter Soundtrack von Howard Shore sowie einige gute Sets und Außenaufnahmen von New York, aber deswegen muss man sich den Film wirklich nicht ansehen. Schade - hier wäre mehr drin gewesen.

04/10

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