Mittwoch, 17. Februar 2010

Girl in the Park (2007)

Als großer Bewunderer von Sigourney Weaver würde ich gern sagen, dass ihre hervorragende Leistung den Film GIRL IN THE PARK aus dem Jahr 2007 rettet, aber das ist leider nicht der Fall, so überzeugend sie auch die Hauptfigur gestaltet.

In diesem Drama, das bei uns keinen Kinoverleih fand und auf DVD veröffentlicht wurde, spielt sie eine Ehefrau und Mutter (sowie ambitionierte Sängerin), deren kleine Tochter eines Tages spurlos auf einem Spielplatz verschwindet. Danach springt die Geschichte ein paar Jahre weiter, aus der lebensfrohen Ehefrau und Mutter ist eine isolierte, depressive Geschiedene geworden, die sich in tägliche Routine flüchtet und keinen Zugang zu ihrem erwachsenen Sohn (Alessandro Nivola) finden mag, der sich gerade verlobt hat. Erst die Begegnung mit der unkonventionellen Louise (Keri Russell) holt sie wieder aus ihrer Einsamkeit...

Leider bleibt GIRL IN THE PARK über seine gesamte Lauflänge zu oberflächlich und nutzt weder das Potential der Geschichte noch die guten Darsteller. Geradezu skandalös wird der charismatische Elias Koteas in einer nichtssagenden Rolle als Weavers Bürokollege verschwendet. Die Damen Russell und Kate Bosworth in einer Nebenrolle bleiben blass, was nicht ihre Schuld ist. Sigourney Weaver spielt mit wundervoller Reife und Ernsthaftigkeit ihre Figur, doch gibt der Film ihr keine Chance, auch die psychologischen Untiefen auszuloten - mit einer Ausnahme: in der einzig wirklich guten Sequenz besucht sie einen Kinderspielplatz und freundet sich mit den spielenden Kindern an, was die anwesenden Mütter (und auch den Zuschauer) immer mehr beunruhigt, da ihr Verhalten zwar freundlich, aber seltsam distanzlos und aufdringlich scheint. Hier blitzt für einen kurzen Moment auf, was aus dem Drama hätte werden können (wenn ihn z.B. Francois Ozon gemacht hätte, dessen "Unter dem Sand" eine sehr ähnliche Geschichte ungleich interessanter und origineller erzählt).

So bleibt der Film enttäuschend vorhersehbar und benutzt die mittlerweile leider gängige Film-Küchenpsychologie, wo ein Moment der Erkenntnis ("Sie ist tot, Mutter, sie ist tot!") schon zur möglichen Heilung einer langjährigen Störung reicht. Schade. Kleine Psychodramen abseits vom Mainstream haben meine volle Sympathie, doch da ist GIRL IN THE PARK doch zu mainstreamig geraten und schrammt haarscharf am TV Movie vorbei.

03/10

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