Samstag, 13. Februar 2010

Gefährliche Brandung (1991)

Irgendwie hat es "Point Break" geschafft, so eine Art Kultstatus unter Actionfans aufzubauen, dabei wollte ihn seinerzeit im Kino niemand sehen, und im Grunde sind sowohl die Story als auch die Umsetzung ziemlich trashig, wenn auch alles wunderbar aussieht und bestechend gefilmt ist.

Da haben wir also Keanu Reeves, der einen Ex-Footballer spielt, der wegen einer Verletzung seine Sportkarriere aufgeben musste und stattdessen Top-Absolvent der Uni nebst Abschluss in Jura wurde (ja, sicher!) und nun als Top-Agent beim FBI landet. Was für eine Karriere - und das mit einem so hübschen Gesicht, welches eher den Eindruck macht, als könne er nicht bis drei zählen. Reeves gibt sich alle Mühe, ernsthaft rüberzukommen, aber er ist als Darsteller so steif, dass man sich fragt, ob die angebliche Knieverletzung wirklich die einzige war. Er funktioniert aber super als Pin-Up. Ob er im Neoprenanzug auf Wellen oder Lori Petty reitet, in Jeans und Shirt ballernd hinter Bankräubern herrennt oder ohne Fallschirm aus Flugzeugen hüpft - die Frisur sitzt, der Körper ist athletisch trainiert, er macht einfach eine gute Figur. Kathryn Bigelow weiß das und baut so viel Homoerotik ein, dass ein "Top Gun" (1986) plötzlich wieder heterosexuell wirkt.

Nebenbei will uns der Film weismachen, die gesuchten Bakräuber wären Surfer, und herausgefunden wird das durch den Sand am Tatort sowie Wachs-Spuren (weil Surfer den ganzen Tag nichts anderes zu tun haben als ihre - ähem - Bretter zu wachsen). So verbindet hier Regisseurin Kathryn Bigelow (deren bester Film nach wie vor NEAR DARK ist) zwei ur-amerikanische Genres - den Action-Kracher und den Surferfilm. Action-Sequenzen gibt es allerdings nur wneige, und dazwischen wird unendlich geseiert über New-Age-Unsinn und die 'perfekte Welle' (Achtung, Metapher!), nach der alle Surfer streben. Dazu kommt noch eine lahme und völlig unglaubwürdige Liebesgeschichte, die mehr stört als nützt (Reeves erfindet tragisch-tote Eltern, um an Lori Petty ranzukommen, deren Eltern ebenfalls gestorben sind. Und schon gibt sie ihm Surfunterricht, der natürlich zu Sex führt).

Das ist alles so unfreiwillig komisch, dass man sich fragt, was eigentlich der Reiz von "Gefährliche Brandung" sein soll. "Dirty Dancer" Patrick Swayze, der aussieht, als wäre er einer Heavy Metal-Band entsprungen? Oder die ewigen Zeitlupen-Aufnahmen von Surfern und Wellen? Das Schlimmste jedenfalls ist das Ende bzw. das, was man als Ende empfindet, bevor der Film dann nochmal neu anfängt und einen viel zu langen Epilog dranhängt, in dem Swayze nun endlich "seine" Traum-Welle entdeckt. Hört sich bescheuert an? Tja... sieht aber toll aus.

05/10

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