Mittwoch, 17. Februar 2010

The Game (1997)

Für viele Fans gelten die Kultfilme "Fight Club" und "Sieben" als Meisterwerke von David Fincher, für mich ist und bleibt der unterschätze (so scheint es zumindest) THE GAME sein bester Film.
Der Thriller ist ein in sich unglaublich geschlossenes Werk und bietet neben den exzellenten Darstellern eine so spannende, düstere und fesselnde Atmosphäre, dass man sich durchgängig in einen Alptraum hineinversetzt glaubt, in diesem Fall glücklicherweise in den von Michael Douglas, dessen Leben als schwerreicher, isolierter und kaltherzig-zynischer Geschäftsmann vollkommen aus den Fugen gerät, als er von seinem Bruder Sean Penn ein sehr seltsames Geburtstagsgeschenk erhält. Die Firma CRS bietet eine ganz besondere Art von Spiel an. Die Regeln bestimmt CRS, der Spielverlauf (ebenso wie der Filmverlauf) ist nicht vorhersehbar. Haarsträubende Dinge geschehen scheinbar ohne Grund - zunächst klemmt nur ein Koffer, ein Füller läuft aus, ein Spielzeug-Clown liegt vor der Tür. Doch bald schon wird aus dem bizarren Spaß tödlicher Ernst, und Michael Douglas muss um sein Überleben kämpfen, während er nach wie vor (und wir mit ihm) nicht begreifen, was zum Teufel die ominöse Firma CRS eigentlich plant...

Begleitet vom minimalistischen Score Howard Shores und geradezu atemberaubend düster von Kameramann Harris Savides fotografiert, stolpert Michael Douglas in seinen teuren Designerschuhen durch diesen Alptraum, der von Fincher straff und gleichzeitig mit so viel delikat subtilem Humor inszeniert wurde, dass Hitchcock seine Freude gehabt hätte (dem Fincher mehrfach in THE GAME Respekt zollt, auch durch die wundervolle Deborah Unger als mysteriöse "Hitchcock-Blondine"). Michael Douglas ist perfekt in einer Rolle, die wie für ihn geschaffen ist. Kaum ein anderer Schauspieler kann einen so seelenlosen und kalten Charakter so sympathisch darstellen, dass man zwei Stunden lang an seinem Schicksal Anteil nimmt. Er darf eine bemerkenswerte Bandbreite an Emotionen zeigen - von Irritation über Zorn bis zu totaler Verzweiflung - und nebenbei sein Talent für absurden Humor beweisen, wenn er z.B. von Hunden gehetzt auf eine Feuerleiter klettert und kurz abrutscht. In einer kleinen, aber feinen Rolle überzeugt der wie immer extrem präsente Sean Penn als Douglas' jüngerer Bruder, der mit seinem Geschenk die Geschichte überhaupt ins Rollen bringt.

THE GAME ist wegen der vielen kleinen Einfälle so sehenswert, die man beim ersten Sehen vielleicht nicht wahrnimmt - etwa, wenn Michael Douglas beim psychologischen Test eine Grafik, die einen Wagen zeigt, welcher gerade über eine Klippe saust, mit einem sarkastischen "Ups" kommentiert, um sich dann später in eben jenem Wagen wieder zu finden und festzustellen, dass aus dem "Ups" eine lebensbedrohliche Situation geworden ist. THE GAME ist zugleich Thriller, Mystery, Schwarze Komödie und moralische Fabel in einem. Er wendet sich darüber hinaus an ein erwachsenes Publikum, das neben dem Bauch auch den Intellekt benutzen darf, um THE GAME vollständig zu genießen.

10/10

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