Mittwoch, 17. Februar 2010

Futureworld - Das Land von übermorgen (1976)

Richard T. Heffron inszenierte 1976 mit FUTUREWORLD die Fortsetzung des Kult-Thrillers Westworld, kann dessen Klasse und Spannungsniveau aber trotz vieler guter Einfälle nicht ganz erreichen. Der Film schließt inhaltlich direkt an "Westworld" an. Der Journalist Chuck (Peter Fonda) reist mit seiner Kollegin Tracy (Blythe Danner) in die neu eröffnete Vergnügungswelt "Delos", in welcher man neben dem Mittelalter und dem Alten Rom nun auch ein Weltraumabenteuer erleben kann. Wie einst werden diese Welten von Robotern bevölkert und gesteuert. Diesmal jedoch gerät nicht die Technik außer Kontrolle, sondern unsere rasenden Reporter kommen einer bedrohlichen Verschwörung auf die Spur...

FUTUREWOLRD gehört zum Genre des in den 70ern populären Paranoia-Kinos und bietet einige sehr hübsche Einfälle und Tricks (Rakentenstart-Simulation, ein "lebendiges" Schachspiel, etc.). Die Chemie zwischen Fonda und der wunderbaren Blythe Danner stimmt, auch wenn Peter Fonda für meinen Geschmack etwas zu steif durch den Film stakst. Es dauert lange, bis FUTUREWORLD offenbart, worum es eigentlich geht (es sei denn, man hat vorher den Trailer gesehen, der verrät bereits, worum es geht, vielen Dank übrigens dafür!), und bis dahin stellen sich (wenn auch nur wenige) kleinere Längen ein bzw. wird man mit unwesentlichen Sequenzen berieselt, wie der "Traum-Maschine", in der wir einen erotischen Traum von Blythe Danner miterleben. Hier hat Yul Brunner, unvergesslicher Star aus dem Vorgänger, seinen einzigen (und eher sinnlosen) Auftritt, der gleichzeitig sein Leinwandabschied war.
Im letzten Drittel erreicht FUTUREWORLD dann die Hochspannung, die man erwarten darf, insgesamt aber ist er deutlich trashiger ausgefallen als das Original. Die Dialoge sind flach (die Synchronisation macht es nur schlimmer, weil hier eine schreckliche 70er-Unsitte praktiziert wird, die immer wieder "flotte Sprüche" und Formulierungen einbaut), und stellenweise wird der Film unfreiwillig komisch, etwa wenn sich der nette Reparaturmann Stuart Margolin kurz vor dem Finale von seinem Hilfsroboter verabschiedet ("Du warst immer ein feiner Kumpel. Mach's gut, alter Schraubensack, und pass' mit deinem rechten Arm auf, hörst du?").
Bei mir hat der Film einen Stein im Brett, seit ich ihn als Kind im Fernsehen sah und mich zu Tode gruselte. Mit einem besseren Regisseur (Richard T. Heffron hat überwiegend C-Filme und zuletzt "Dr. Quinn" inszeniert) hätte aus dem Film ein sehr würdiger Nachfolger werden können, denn er besitzt alle Voraussetzungen. So muss man halt ein wenig Abstriche machen, unterhaltsam ist er aber in jedem Fall.

06/10

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...