Montag, 15. Februar 2010

Fluss ohne Wiederkehr (1954)

RIVER OF NO RETURN aus dem Jahr 1954 erzählt von einem entlassenen Sträfling (Robert Mitchum), der mit seinem halbwüchsigen Sohn (Tommy Rettig, bekannt als kleines Herrchen von Lassie) ein neues Leben als Farmer in den kanadischen Bergen beginnen möchte. Als ihm jedoch von einem Spieler Pferd und Gewehr gestohlen werden und sein Haus von Indianern niedergebrannt wird, muss er mit Sohn und der Geliebten des Diebes (Marilyn Monroe) auf einem Floß einen wilden Strom hinab in die Stadt fliehen. Dieser Fluss ist der besagte "Fluss ohne Wiederkehr", und es beginnt eine Reise voller Gefahr, Konfrontation und vielleicht auch Liebe...

RIVER OF NO RETURN ist bestes Hollywood-Starkino in umwerfender Verpackung, souverän inszeniert vom Routinier Otto Preminger. Neben der atemberaubenden Landschaft, die von der Cinemascope-Kamera grandios eingefangen wird, sind Monroe und Mitchum die Hauptattraktionen.

Mitchum hat den Typ des schweigsamen Mannes perfektioniert und spielt ihn mit markanter Männlichkeit gnadenlos überzeugend. Marilyn ist die gute Saloon-Sängerin, die in schlechte Gesellschaft geraten ist und auf der Reise ihre "Unschuld" im wahrsten Sinen verliert. Sie lernt, erstmals aufrichtig zu lieben und zu vergeben, sich von ihrer falschen Selbstwahrnehmung zu trennen und ein "Mensch" zu werden. Ihre Szenen mit dem kleinen Tommy Rettig sind geradezu erstaunlich warmherzig, wenn man bedenkt, dass sie zumeist auf ihren Sex-Appeal reduziert wurde. Wenn sie sich vor seinen Augen die Kleider anzieht, hat das nichts Sexuelles, es wird durch ihr Spiel unverfänglich. Aus dem verschlossenen Zyniker Mitchum wird durch die Reise ein Mann, der zu sich selbst und anderen ehrlich sein kann. So kehren beide Charaktere nicht mehr an ihren Ausgangspunkt zurück, im übertragenen Sinne. Der "Fluss ohne Wiederkehr" hat seinen Dienst getan.

Sicher hat der Film etwas naive und schwülstige Passagen (die Darstellung der Indianer ist der Zeit geschuldet und wirkt heute mehr als nur befremdlich, sie werden nur als konstante Bedrohung ohne Motivation benutzt), die Actionszenen auf dem reißenden Fluss können aber auch heute noch überzeugen. Marilyn Monroe singt mehrere Songs, die jeweils zum Storyverlauf passen, und am Eindrucksvollsten interpretiert sie in der Schluss-Sequenz den Titelsong, auf einem Saloon-Klavier sitzend, zerbrechlich und stark, verrucht und verloren. Pure Kino-Magie! Wer will dem Film da noch etwas vorwerfen?

10/10

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