Mittwoch, 17. Februar 2010

Flucht in die Zukunft (1979)

FLUCHT IN DIE ZUKUNFT (Time After Time) aus dem Jahr 1979 ist leider weit weniger bekannt als die klassische H.G.Wells-Verfilmung "Die Zeitmaschine", verwendet aber ähnliche Motive, baut Autor Wells direkt als Protagonisten ein und bietet spannende und höchst amüsante Unterhaltung mit schönem 70er-Feeling.
Der Beginn allerdings spielt im nebligen London, 1899. Jack the Ripper mordet wieder, und niemand ahnt, dass sich hinter der biederen Fassade von John Stevenson (David Warner) der gesuchte Prostituierten-Schlitzer verbirgt. Als die Polizei ihm aber doch auf die Schliche kommt, schnappt er sich die soeben erfundene Zeitmaschine des befreundeten Wissenschaftlers H.G.Wells (Malcolm McDowell) und flüchtet in die Zukunft, genauer gesagt nach San Francisco 1979. Wells reist ihm nach, weil er sich verantwortlich fühlt, und es beginnt eine ebenso spannende wie humorvolle Jagd auf den Ripper...

Die Spezialeffekte der rasenden Zeitmaschine regen zwar heute eher zum Schmunzeln an, aber mit dem Eintreffen des verstaubten Engländers Wells im modernen Amerika, wo er zum ersten Mal einen Fernseher sieht, Junk Food vernascht und mit seiner etwas trotteligen, wohlerzogenen Art überall Verwunderung auslöst, macht der Film die technischen Schwächen locker wieder wett.
Malcolm McDowell spielt den steifen Wells herrlich skurril und trotzdem zurückhaltend und kontrolliert, was schon eine Überraschung ist, denn die Worte zurückhaltend und subtil werden eher selten mit McDowell in Verbindung gebracht. Hier ist er wirklich ganz entzückend und liebenswert. David Warner, der im "Omen" noch seinen Kopf verlor, ist als Ripper überzeugend bösartig und mit schlimmer Frisur. Als McDowell ihm klarmachen will, dass sie beide nicht in diese Zeit gehören, zappt Warner nebenbei durchs TV-Programm und sieht nur Krieg, Mord und Totschlag, was ihn zu der trockenen Aussage verleitet: "Im Gegenteil, für mich gibt es keinen besseren Platz".
Die wunderbare Mary Steenburgen spielt hier ihre zweite Filmrolle und bezaubert als schräge Bankangestellte, die sich auf den ersten Blick in McDowell verliebt. Zehn Jahre später wiederholte sie ihre Rolle in einem weiteren Zeitreise-Abenteuer, "Zurück in die Zukunft - Teil III". Das vielleicht Beste am Film ist der Soundtrack von Hollywood-Altmeister Miklos Rosza.
Regisseur Nicholas Meyer inszeniert das clevere Drehbuch mit Tempo, Charme und exzellenten Darstellern, da gibt es nichts zu meckern. Kein Meisterwerk, aber beste Unterhaltung.

07/10

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