Dienstag, 16. Februar 2010

Familiengrab (1976)

"Familiengrab" ist der letzte Film des großen Alfred Hitchcock, und obwohl die Meinungen über ihn auseinander gehen, gehört er für mich zu den liebenswertesten, unterhaltsamsten Filmen des Meisters, selbst wenn er nicht an dessen große Werke heranreicht. Zu verdanken ist dies vor allem einer brillanten Besetzung, die so großen Spaß an ihren Rollen hat, dass es eine Freude ist, ihnen bei der Arbeit zuzuschauen.

Die Story: Ein skurriles Gaunerpärchen kommt auf der Suche nach einem verschollenen Millionenerben auf die Spur eines Kidnapper-Paares und gerät bald in Lebensgefahr...

Das Drehbuch von Ernest Lehman, der bereits das Buch zu Hitchcocks genialem "North by Northwest - Der unsichtbare Dritte" (1959) verfasste, schickt den Zuschauer auf äußerst verschlungene Pfade.

Zunächst werden beide Geschichten parallel erzählt und finden erst im dritten Akt zusammen. Die Geschichte ist komplex und intelligent, als Zuschauer ist man den Figuren aber immer einen Schritt voraus, so dass sich der typische Hitchcocksche Suspense einstellt.

Gleichzeitig sprüht der Film vor Witz und Ironie, und die Charaktere sind entzückend skurril und sympathisch (allein die Szene, in der Barbara Harris und Bruce Dern Hamburger verputzen und mit vollem Mund über den Fall streiten, ist so authentisch und "alltäglich" wie keine andere Szene in Hitchcocks Werk). Dazu liefert John Williams einen erstklassigen Score. Alles in allem gehört "Familiengrab" zu den entspanntesten Hitchcock-Filmen, und er endet passenderweise mit einem Augenzwinkern, was einen krönenden Abschluss eines meisterhaften Gesamtschaffens des Regisseurs darstellt.

10/10

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