Dienstag, 16. Februar 2010

Es war (1926)

Für Liebhaber des Stummfilms ist "Es war - Flesh and the Devil" aus dem Jahr 1926 eine echte Delikatesse. Greta Garbo spielt die Verführerin Felicitas, die den unschuldigen Gilbert und dessen besten Freund Lars Hanson in ihr Netz aus Sex und Lügen verwickelt und dafür heftig bestraft wird. Die Liebesgeschichte beginnt auf einem Offiziersball und mündet in einem spektakulären Duell auf einem vereisten See.

Kameramann William Daniels, der viele von Garbos Filmen fotografiert hat, und dessen Kamera die Schauspielerin offensichtlich liebt, findet unglaubliche Bilder für das Liebesdrama. Allein das Anzünden und Auspusten eines Streichholzes wird zu einem suggestiven Liebesakt. Regisseur Clarence Brown hält den fast zweistündigen Film mit Humor, Action und Dramatik am Laufen, so dass man fast vergisst, dass es sich um einen Stummfilm handelt. Mit Garbo und Gilbert spielen zwei der seinerzeit größten (und schönsten) Hollywood-Stars, und ihre Chemie ist intensiv. Bereichert wird dies noch durch die offensichtlichen und knisternden homoerotischen Untertöne der Gilbert/Hanson-Beziehung (man beachte, wie entsetzt Hanson zu Beginn des Films auf die Tatsache reagiert, dass Gilbert nicht im Bett über ihm geschlafen hat) - die idealen Zutaten für ein packendes Dreiecksdrama.

Heute ist es nicht mehr üblich, Geschichten für ein großes Publikum zu erzählen und dennoch künstlerischen Anspruch nicht zu vernachlässigen. "Es war" beweist trotz seines hohen Alters, dass dies nicht nur möglich, sondern äußerst befriedigend ist. Der Film ist übrigens mit einem wunderschönen symphonischen Score von Carl Davis unterlegt, der perfekt passt.

07/10

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