Samstag, 13. Februar 2010

Endstation Sehnsucht (1951)

Zum Film ENDSTATION SEHNSUCHT muss man nicht mehr viel sagen. Er ist eine der besten Literaturverfilmungen aller Zeiten. Tennessee Williams' bittere Geschichte der nervösen und zerbrechlichen Südstaaten-Schönheit Blanche Dubois (Vivien Leigh), die nach Pleite, Zusammenbruch und tragischen Vorfällen bei ihrer Schwester Stella (Kim Hunter) in New Orleans Heil und Hilfe sucht, aber in ihrem Schwager ein Gegenüber (Marlon Brando) von so animalischer emotionaler Brutalität findet, dass sie am Ende nach zahllosen Demütigungen und einer Vergewaltigung in einer Heilanstalt landet, wurde von Meisterregisseur Elia Kazan in beunruhigende, bedrückende Schwarz-Weiß-Bilder getaucht.

Die klaustrophobische Enge der kleinen Wohnung, in der sich das Drama abspielt, fängt Kazan genial ein. Der Film wird untermalt von Alex Norths aufregendem Jazz-Score und lebt von den grandiosen Darstellerleistungen, allen voran Vivien Leigh, an deren Interpretation seitdem niemand heranreichen konnte, und die verdientermaßen einen Oscar erhielt. Brando, der mit diesem Film seinen Durchbruch schaffte, sprengt förmlich die Leinwand bzw. den Bildschirm mit seiner physischen Präsenz. Sein oft unverständliches Gemurmel des Dialogs wurde zum Markenzeichen. Auch seine Darstellung bleibt bis heute unerreicht. Der Moment, in dem Brando mit zerrissenem T-Shirt nach seiner Frau Stella schreit, ist für immer in die Filmgeschichte eingegangen. Große Filmkunst!

10/10

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...