Dienstag, 16. Februar 2010

Elephant (2003)

"Elephant" ist so weit vom Mainstream und jeder Art oberflächlicher Unterhaltung und Spannung entfernt, dass ein Wort der Warnung angebracht scheint, für alle, die hier ein Sozialdrama oder sogar einen Actionfilm erwarten. "Elephant" ist etwas völlig anderes.

Regisseur Van Sant beschreibt die letzten Stunden einer US-High-School, bevor zwei Jugendliche ein blutiges Massaker vollziehen (entsprechend dem Columbine-Massaker). Immer wieder folgt die Kamera den (Laien-)Darstellern auf ihren langen Wegen durch die Korridore und Räume der Schule, schnappt ihre alltäglichen Dialoge auf, ist immer unsichtbarer halb-dokumentarischer Begleiter. Kamera, Ton und Licht werden meisterhaft eingesetzt. Die schockierende Tat der Teenager wird mit eiskalter, emotionaloser Realitätsnähe gezeigt, die Tat selbst - und das ist das größte Verdienst des Films - wird nicht erklärt. Sie passiert einfach. Hier gibt es kein einziges Filmklischee, keine Verabredung mit dem Zuschauer, kein Sicherheitsnetz - "Elephant" ist von Anfang bis Ende faszinierend, hypnotisch und geht tief unter die Haut - wenn man bereit ist, sich darauf einzulassen.
Für mich klar der beste Film des Jahres und völlig verdienter Gewinner der goldenen Palme von Cannes.

09/10

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