Dienstag, 16. Februar 2010

Eine Dame verschwindet (1938)

"Eine Dame verschwindet" gehört zu den großen britischen Frühwerken des legendären Genies Alfred Hitchcock. Auf unvergleichliche Art (und noch erstaunlicher, wenn man das Alter bedenkt - der Film ist von 1938) schafft es der Meister hier, souverän Spannung, Humor und Action zu verbinden.

Die Geschichte: Auf einer Zugfahrt durch den Balkan lernt die junge Engländerin Iris (Margaret Lockwood) die nette englische Lady Miss Froy (Dame May Whitty) kennen, die plötzlich auf unerklärliche Weise verschwindet. Und niemand an Bord des Zuges will sie gesehen haben...

So simpel diese Mystery-Situation auch ist, sie wird hier so konsequent zur Spannungsentwicklung benutzt, dass sie seitdem unzählige Male wieder verwendet wurde ("Breakdown", "Frantic", um nur einige Filme zu nennen). Hitchcock überrascht, in dem er den Film als Screwball-Komödie beginnen lässt und alle Charaktere sorgfältig vorstellt, bis er endlich in den Zug gelangt, den er dann bis kurz vor Schluss nicht mehr verlässt.

Es ist fantastisch zu sehen, wie gut heute noch die Spezialeffekte funktionieren (man vergisst völlig, dass der Zug nie wirklich fährt), und Hitchcocks Vorliebe für schwarzen Humor kommt glänzend zum Einsatz, auch wenn die Konstruktion der Geschichte an Albernheit nicht zu überbieten ist - so haben alle Passagiere einen triftigen Grund, die Anwesenheit der Dame zu leugnen, ohne in den Plan verwickelt zu sein. Eine solche Ansammlung von Zufällen wird nur noch durch den "McGuffin" getoppt, eine verschlüsselte Geheimbotschaft, als Kindermelodie getarnt! Damit kommt nur ein Hitchcock durch.

10/10

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