Samstag, 13. Februar 2010

Ein Herz und eine Krone (1953)

Bei einem Staatsbesuch in Rom hat die junge und engelhafte Prinzessin Anne (Audrey Hepburn) genug von Staatsprotokoll und Bediensteten, flieht aus dem Palast und mischt sich heimlich unters Volk. Dort wird sie vom windigen Reporter Joe (Gregory Peck) aufgespürt, der sofort eine Sensations-Story wittert. Die Liebe schlägt unvermeidlich zu, aber hat sie unter diesen Umständen überhaupt eine Chance?

EIN HERZ UND EINE KRONE (Roman Holiday) aus dem Jahr 1953 gehört zu den Filmklassikern, die einfach alle lieben, und wie könnte man auch nicht, bei allem, was er zu bieten hat? Gregory Peck befand sich auf dem Höhepunkt seiner Kunst und Attraktivität, Audrey Hepburn spielte hier ihre erste Hauptrolle, für die sie umgehend einen 'Oscar' erhielt, und man darf wohl sagen, dass sich die ganze Welt in ihre traurig-fröhliche Prinzessin mit der unschuldigen Ausstrahlung und überirdischen Schönheit verliebt hat - eine Liebe, die bis heute anhält, weit über ihren Tod hinaus. Sie scheint in ROMAN HOLIDAY tatsächlich kaum von dieser Welt, egal welchen irdischen Vergnügungen sie sich hingibt. Ob sie mit der Vespa durch Rom brettert oder sich die wallenden Locken kurzschneiden lässt, sie ist der strahlende Mittelpunkt des Films.

Das brillante Drehbuch von Dalton Trumbo, der aufgrund der Kommunistenjagd McCarthys auf Hollywoods Schwarzer Liste landete und hier stets als 'Ian McLellan Hunter' gelistet wurde, steckt voll Lebensweisheit und Witz, und mit William Wyler inszenierte einer der besten Regisseure aller Zeiten, der seine Figuren niemals der Lächerlichkeit preisgibt. Das prachtvolle, sommerliche Rom ist viel mehr als nur Kulisse, die vielen S/W-Außenaufnahmen vermitteln ein authentisches Bild vom Italien der frühen 50er, auch wenn manche Szenen geradezu nach Farbe schreien. Die Idee des Films ähnelt übrigens nicht zufällig Frank Capras "Es geschah in einer Nacht", doch während Capra in seinem Klassiker die Geschlechterrollen neu definierte und einen realistischen Blick auf das Amerika der Depression wagte, bleibt ROMAN HOLIDAY ein nicht minder bezauberndes, warmherziges und hinreißendes Märchen, bei dem am Ende nur gefühllose Menschen nicht in Tränen ausbrechen. Ich tue es immer wieder, und das ist auch gut so.

09/10

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...