Dienstag, 16. Februar 2010

Die Zeit nach Mitternacht (1985)

Martin Scorseses "After Hours" macht auf der rein oberflächlichen Unterhaltungsebene nicht wirklich Spaß, viel zu langsam, düster und beklemmend sind die Inszenierung und die Darstellung der skurrilen Figuren.
Scorsese zeichnet ein schwarzes Bild vom nächtlichen New York (Soho) aus menschenleeren Straßen, irritierenden Situationen und beängstigenden Begegnungen mit mehr oder weniger gestörten, einsamen und/oder gefährlichen Anwohnern. Die Erlebnisse des schüchternen Angestellten (hervorragend gespielt von Griffin Dunne) in dieser Welt aus Künstlern und gescheiterten Existenzen schlagen von anfänglicher Spannung und Amüsement in bedrohliche Paranoia um. An einer bestimmten Stelle (Dunne als lebende Skulptur) hat man tatsächlich Angst, der Film würde gleich enden und den Zuschauer vollkommen deprimiert entlassen, aber glücklicherweise hat Scorsese in letzter Sekunde doch noch etwas Hoffnung übrig.

Hinter der Kamera stand übrigens zum ersten Mal für Scorsese Michael Ballhaus, und seine beklemmenden Bilder wirken noch lange nach dem Film.
"After Hours - die Zeit nach Mitternacht" ist eines von Scorseses meistunterschätzten, besten Werken - aber sicher auch nicht jedermanns Sache.

09/10

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