Mittwoch, 17. Februar 2010

Die Waffen der Frauen (1988)

DIE WAFFEN DER FRAUEN (Working Girl) war im Erscheinungsjahr 1988 ein großer Publikumshit und schildert den beruflichen Aufstieg der intelligenten, aber scheuen Tess (Melanie Griffith), den sie nur durch beherzte Hochstapelei erreicht, da sich ihre zickige Chefin (Sigourney Weaver) soeben im Skiurlaub das Bein gebrochen hat und somit Tess ermöglicht, unerkannt in deren Fußstapfen zu treten. Dass sie neben beruflichem Erfolg auch noch mit Harrison Ford die große Liebe erwischt, ist das Sahnehäubchen auf der Karriereleiter...

Regisseur Mike Nichols, Garant für erstklassige Schauspielerleistungen, hat seine Komödie exquisit mit Darstellern besetzt, die gegen ihr übliches Leinwandimage agieren und holt das Beste aus ihnen heraus. Sigourney Weaver hat sichtbar Spaß an ihrer Rolle als Chefin aus der Hölle und spielt ungewohnt aufreizend (besonders wenn sie Ford an der Hose herumfummelt: "Will der große Jack zum Spielen rauskommen?").

Melanie Griffith ist das perfekte scheue Reh, das mehr und mehr an Selbstbewusstsein gewinnt. Es lohnt sich übrigens in diesem Zusammenhang der O-Ton der DVD, weil Griffith hier ihre Sprechweise im Laufe des Films komplett ändert, je erfolgreicher sie sich entwickelt, das kann die deutsche Synchronfassung leider nicht leisten. Griffith und Weaver erhielten verdiente Oscar-Nominierungen (für Griffith sollte es die bislang einzige bleiben), Harrison Ford ist als Finanzjongleur im feinen Zwirn vielleicht gewöhnungsbedürftig, doch spielt er seinen jungenhaften Charme zwischen den weiblichen Fronten gekonnt aus. In Nebenrollen tummeln sich Joan Cusack als prollige Freundin von Griffith ("Darf ich Ihnen etwas anbieten? Kaffee, Tee, mich?"), Alec Baldwin als schmieriger Fremdgeher, Oliver Platt und Olympia Dukakis. In einer kleinen Rolle spielt Kevin Spacey ein herrlich ekelhaftes Exemplar der männlichen Spezies.

Der Film selbst ist quasi die Erwachsenen-Variante des Michael J.- Fox-Hits "Das Geheimnis meines Erfolges" und verzichtet wohltuend auf jeglichen Krawall, lädt eher zum Schmunzeln als zum Schenkelklopfen ein. Zwischen Griffith und Ford stimmt die Chemie, das Erzähltempo steigert sich konstant bis zum Finale, und die Moral der Geschichte ist durchaus vertretbar - Du darfst auf der Karriereleiter nach oben, aber vergiss' nie Deine Menschlichkeit und die kleinen Mitarbeiter. Davon könnten einige Vorstands-Etagen noch ein paar Lektionen gebrauchen. Wer dazu noch Melanie Griffith zusehen möchte, wie sie nackt staubsaugt, der ist hier genau richtig. Alles in allem gute, niveauvolle Unterhaltung mit hervorragenden Schauspielern. Ich gestehe, dass DIE WAFFEN DER FRAUEN zu meinen Lieblingskomödien der 80er zählt. Da spielt natürlich auch Nostalgie eine Rolle und verhindert Objektivität, doch wer will schon Filme objektiv beurteilen?

10/10

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