Dienstag, 16. Februar 2010

Die toten Augen von London (1961)

Für mich der beste Wallace-Film der Reihe, großartig besetzt, stimmungsvoll inszeniert und auch heute noch von unheimlich starker Spannung.

Dieter Borsche spielt hier den Leiter eines Londonder Blindenheims, das als Tarnung für mörderische Erpressung dient, und das macht er auf einfach unnachahmliche, beängstigende Art. Leider hatte Borsche, sonst als romantischer Held in Kostümschinken und Ärztedramen besetzt, selten die Gelegenheit, einen so eiskalten Oberschurken zu geben, und er hat offensichtlich helle Freude daran.

Einige Passagen des Films sind reinstes Horror-Kino (der Überfall auf Karin Baal durch den monströsen Berber im stockfinsteren Treppenhaus, Baal im tödlichen Wassertank, das brennende Gefängnis, etc.), Alfred Vohrers Regie sogar stellenweise innovativ (Borsche ertränkt seine Opfer zu Beethoven - die Verbindung von Gewalt und Klassik findet sich sogar in modernen Meisterwerken des Schreckens wie dem „Schweigen der Lämmer").

Für Einsteiger unbedingt zu empfehlen, selbst wenn er durch seine klare Zuweisung zum Horror-Genre etwas aus der Reihe der Kriminalfilme herausfällt.

09/10

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...