Sonntag, 21. Februar 2010

Die schwarze Witwe (1987)

Catherine (Theresa Russell) ist eine männermordende Femme Fatale, die nach erfolgreichem Mord ihre Identität wechselt und sich ein neues wohlhabendes Opfer sucht. FBI-Agentin Alex (Debra Winger) ist der schwarzen Witwe auf der Spur. Auf Hawaii treffen die Frauen aufeinander, es beginnt ein tödliches Katz- und Mausspiel...

Bob Rafelsons BLACK WIDOW gehört zu den besten Thrillern der 80er. Er wurde von Kritik und Publikum eher lauwarm aufgenommen, Kunstgewerbe und Verquastheit wurden ihm vorgeworfen. Dass der Film an der Oberfläche vielleicht weniger Spannung bietet als vergleichbare Reißer, stört mich dabei nicht im Geringsten. Stattdessen bietet er Subtexte und intellektuelle Raffinesse. Das Duell der beiden Damen ist faszinierend zu beobachten und mit sexueller Spannung aufgeladen, zumal sie von solch hervorragenden Schauspielerinnen verkörpert werden wie Russell und Winger. Debra Winger spielt hier zwar die Hauptrolle und Sympathiefigur, ihre Jagd nach der schönen Giftspinne bietet aber zahllose Abgründe. So entwickelt die eher unscheinbare Agentin sehr früh eine eigenartige Obsession gegenüber der mordenden Catherine. Gleich nach ihrer ersten Begegnung müssen beide während eines Tauchkurses Mund-zu-Mund-Beatmung üben, und auch in der besten Szene kommt es zu einem Kuss zwischen beiden, der mehr Gefahr verheißt als Sinnlichkeit. Sie tauschen die Kleider und die Männer, doch befindet sich Alex immer im Netz ihrer Gegnerin, die gekommt die Fäden zieht.

Regisseur Rafelson taucht das Geschehen in durchgestylte Bilder und hat mit Hawaii einen fantastischen Schauplatz für die unterdrückten Leidenschaften gefunden. Neben den Hauptdarstellerinnen spielt ein exzellentes Männer-Ensemble, u.a. Dennis Hopper, Niccol Williamson und der Franzose Sami Frey. Alle männlichen Charaktere bleiben untergeordnet und verkörpern grundlegend unterschiedliche Typen, denen sich Theresa Russells Catherine jedesmal auf beängstigende Weise anpasst. Ein sehr leiser Film mit komplexen Charakteren und schleichender Spannung, sowie einer raffinierten Drehung am Ende.

10/10

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