Dienstag, 16. Februar 2010

Die schreckliche Wahrheit (1937)

"Die schreckliche Wahrheit" ist ein Juwel unter Hollywoods Screwball-Comedies und hat die Zeit glänzend überdauert. Er macht heute noch genau so viel Spaß wie seinerzeit, was sicher daran liegt, dass er in Punkto Moral und Offenheit seiner Zeit weit voraus war. Tatsächlich kann der Film es locker mit heutigen Filmkomödien aufnehmen, hat enormes Tempo und skurrile, differenzierte Charaktere.
"Die schreckliche Wahrheit" erzählt von einem Ehepaar (Grant und Dunne, das ideale Screwball-Paar), das sich mehr aus Langeweile scheiden lassen will und sich in der Trennungszeit mit anderen Partnern vergnügt. Aber die Gefühle für einander sind schwer abzustellen...

Allein die Tatsache, dass beide Ehepartner im Scheidungsjahr locker Beziehungen nebenbei führen und am Ende auch nicht viel schlauer sind als zu Beginn (sie lernen keine moralischen "Lebenslektionen") macht den Film moderner als alles, was uns heutzutage an verklemmt-spießigen "Romantic Comedies" aus Hollywood überschwemmt.

Zu dem Traumpaar Grant/Dunne gesellt sich auch noch der geniale Hund "Mr. Smith", der die größten Lacher auf seiner Seite hat. Die Szene, in der das Ehepaar vor Gericht um das Sorgerecht für Mr. Smith kämpft, ist bereits ein Klassiker für sich. Regisseur Leo McCarey erhielt seinerzeit den Regie-Oscar, der Film selbst war für 5 Trophäen nominiert und taucht seitdem in jeder Liste der besten Komödien aller Zeiten unter den ersten Plätzen auf. Das spricht für sich.

Wer keine Berührungsängste mit alten Filmen hat, oder wer sich erstmals mit den amerikanischen Screwballs beschäftigen möchte, für den ist "Die schreckliche Wahrheit" Pflicht - neben anderen Klassikern wie "Leoparden küsst man nicht" oder "Sein Mädchen für besondere Fälle".

08/10

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