Samstag, 13. Februar 2010

Die Rückkehr des Dr. Phibes (1972)

DIE RÜCKKEHR DES DR. PHIBES aus dem Jahr 1972 erreicht nicht ganz die künstlerische Klasse des erfolgreichen Vorgängers, kann aber mit bizarren Einfällen und einem grandiosen Vincent Price in der unsterblichen Titelrolle immer noch glänzend unterhalten.

Vor einem Jahr hat der durch einen Unfall entstellte Dr. Phibes (Price) das Ärzteteam ermordet, welches für den Tod seiner Frau verantwortlich war. Jetzt begibt er sich nach Ägypten, um einen verborgenen Fluss zu finden, der seiner toten Gemahlin das Leben wiederschenken soll. Diesen ominösen Fluss aber sucht auch eine Gruppe von Archäologen, und diese werden von Phibes in gewohnter Manier daran gehindert, ihm in die Quere zu kommen...

Die kreativen Morde werden diesmal von Phibes nicht dem Alten Testament, sondern ägyptischen Flüchen nachempfunden. Phibes Widersacher sterben erneut auf delikateste Weise durch Skorpione, Schlangen, Sandstürme und Folterinstrumente, begleitet wird er wieder von seiner stummen Partnerin Vulnavia, die doch eigentlich im ersten Teil durch Säure starb... nun ja, tun wir so, als hätten wir es nicht bemerkt, sie wird ja auch von einer anderen Darstellerin gespielt. Wieder dabei ist der skurrile Inspektor Trout (Peter Jeffrey), der Phibes schon im Original erfolglos jagte. Das Schreckenskabinett wurde am Ende des ersten Teils zerstört, Phibes' ägyptisches Versteck in einer Berghöhle besitzt leider nicht das gleiche Flair, dafür ist die mechanische Band mitgereist. In Nebenrollen tummeln sich Horror-Ikone Peter Cushing, Terry-Thomas und Robert Quarry, Caroline Munro spielt erneut die tote Phibes-Gattin.

Die Schwäche dieser Fortsetzung liegt zum einen darin, dass sich im Grunde der gleiche Film nochmals abspielt und die Vorgänge einfach nicht mehr so frisch und originell sind, zum anderen fehlt es hier an einer konkreten Motivation für die kunstvollen Tötungen. Im Original hat sich Phibes an Schuldigen gerächt, hier sind die Opfer lediglich zufällig zur falschen Zeit am falschen Ort, und die grausamen Taten des stummen Monsters nicht wirklich angemessen, was den Spaß deutlich mindert. Zudem fehlt es dem Film an Grundspannung. Das Finale ist hingegen sehr schön erdacht und kann einige Schwächen wieder wettmachen. Glücklicherweise hat man auf einen dritten Teil verzichtet.
Kurz gesagt, DIE RÜCKKEHR DES DR. PHIBES leidet an der typischen Sequel-Krankheit, sprich: es ist alles schon mal dagewesen. Trotzdem bietet er noch so viel makaberen Humor und hübsche Einfälle, dass er dem Original keine Schande bereitet, und Vincent Price ist sowieso immer sehenswert.

06/10

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