Samstag, 13. Februar 2010

Die phantastische Reise (1966)

DIE PHANTASTISCHE REISE aus dem Jahr 1966, der nach wie vor zu den Klassikern des 60er Jahr-Kinos gehört, ist eine Utopie, ein Märchen, ein Abenteuerfilm für erwachsene Kinder. Fundierte wissenschaftliche Grundlagen oder konsequent logische Durchführung sollte man nicht erwarten, dann wird man bestens unterhalten.

Vier amerikanische Wissenschaftler reisen miniaturisiert in einem Forschungs-U-Boot durch den Körper eines komatösen russischen Überläufers, um einen von außen irreparablen Thrombus von innen per Laser zu entfernen und ihm dadurch nach Gesundung wichtige Geheimpläne zu entlocken.

Ständig in Lebensgefahr durch Blutkörperchen, Lungen-Orkane, Blutströme und Antikörper (die "Monster" des Films) sowie einen heimlichen Saboteur im Team, angetrieben von einem rasanten Countdown (die Crew hat 60 Minuten Zeit für die Operation, bevor der Miniaturisierung-Prozess sich umkehrt), steht der Film unter Dauerstrom, während der geneigte Zuschauer fingernägelkauend die Daumen drückt und gleichzeitig die vielen psychedelischen Optiken, Rückprojektionen und visuellen Spielereien innerhalb der Körperwelten bewundert.

Das ist teilweise haarsträubend naiv und kindlich, aber doch so fesselnd, knallbunt und spannend, dass man sich nicht entziehen kann. In einer großen "Hitchcock"-Sequenz wird im Operationssaal absolute Stille angeordnet, während die Mini-Crew am Trommelfell des Patienten vorbeischippert, um das Team nicht durch unbeabsichtigte Schallwellen zu töten. Und just in diesem Moment bewegt sich durch die Ungeschicklichkeit einer OP-Schwester unbemerkt eine Metallschere immer mehr in Richtung Tischrand, um dann scheppernd herunterzufallen. Genialer Suspense!

Weitere Highlights: Raquel Welch im Gummi-Anzug als zeitlos nette Augenweide, der ebenso ansehnliche Stephen Boyd als sympathischer Held, der skurrile Donald Pleasance als U-Boot-Führer, eine grandios gestaltete Titelsequenz (eine meiner allerliebsten überhaupt), sowie ein stimmungsvoller Soundtrack. DIE PHANTASTISCHE REISE ist wunderbar unterhaltsamer Nonsens, den man schon wegen seiner völlig absurden Prämisse lieben muss.

DIE PHANTASTISCHE REISE erhielt Oscars für Ausstattung Spezialeffekte und war so erfolgreich, dass Joe Dante 1987 mit "Die Reise ins Ich" eine (stark auf Komik setzende) Variation der Story verfilmte.

08/10

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