Dienstag, 16. Februar 2010

Die Muse (2009)

Wer schon mal in der Filmbranche tätig war oder es noch ist, für den ist "Die Muse" stellenweise überhaupt nicht mehr witzig, sondern eine Qual, denn er schildert präzise, mit was für Menschen man es dort zu tun bekommt.

Das soll aber nicht heißen, dass "Die Muse" keine wundervolle Komödie ist, im Gegenteil. Alber Brooks (Drehbuch, Regie, Hauptrolle) ist eine intelligente, beißende Satire gelungen, die glänzend und ohne Längen unterhält. Und er hat eine hervorragende Besetzung zusammengestellt. Sharon Stone spielt entspannt gegen ihr Femme Fatale-Image an und beweist, dass sie auch ein unglaublich komisches Talent hat, die sonst oft spröde Andie MacDowell ist hier überraschend sympathisch und lebendig. Daneben gibt es mehrere Gastauftritte prominenter Hollywood-Stars, die sich alle selbst spielen - besonders gelungen natürlich die selbstironischen Auftritte von James Cameron (dem "Muse" Stone die Idee für ein "Titanic"-Sequel ausreden muss) und Martin Scorsese (der ein Remake von "Raging Bull" plant).
Die Idee, dass Brooks durch die Muse zu einem künstlerischen Hoch inspiriert wird, das sich ausgerechnet in einer Jim Carrey-Blockbuster-Komödie niederschlägt, ist eine der vielen bösen und subtilen Gemeinheiten des Films. Am aussagekräftigsten ist aber seine amüsante Schlusspointe (die hier nicht verraten wird), mit der Brooks deutlich klarmacht, was er von der Filmindustrie (und den "Kreativen") hält.
Zur DVD: ärgerlich mal wieder sind die nicht ausblendbaren deutschen Untertitel. Ansonsten ist die Ausstattung eher mager (ein Regie-Kommentar wäre mehr als angebracht), aber letztendlich ist es der Film, auf den es ankommt, und der ist den Kauf in jedem Fall wert.

08/10

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...