Dienstag, 16. Februar 2010

Die Kinder der Verdammten (1963)

Die Fortsetzung des Grusel-Klassikers "Das Dorf der Verdammten" kann aber leider dem Original nicht das Wasser reichen. Die klaustrophobische Atmosphäre des Vorgängers wird hier bedauernswerterweise aufgebrochen. Der Film erzählt von den Letzten der seelenlosen Kinder außerirdischer Abstammung, die sich in London in einer heruntergekommenen Kirche verbarrikadieren, wo sie sich gegen Angriffe des Militärs verteidigen müssen.

Echte Spannung entsteht leider nie, obwohl der Film interessant beginnt. Die Hauptsituation "Kinder im Kampf gegen die Staatsgewalt" funktioniert nicht wirklich, weil man als Zuschauer immer auf der Seite der Kinder steht, ganz egal wie böse, seelenlos oder gefährlich sie sind. Die Bedrohung, die von ihnen ausgeht, und die einen im ersten Teil das Gruseln lehrte, verpufft somit, und das Ganze bleibt emotionslos und schlicht langweilig. Was diese Fortsetzung zu bieten hat, sind teilweise sehr stimmungsvolle Bilder, eine unheilschwangere Atmosphäre und hervorragende Darsteller.

Was aber am Rande äußerst bemerkenswert ist: offenbar führen die beiden männlichen Hauptfiguren Ian Hendry und Alan Badel eine klar schwule Beziehung. Sie leben, arbeiten und kochen zusammen, kennen die kleinsten Einzelheiten voneinander, von Frauen ist nie die Rede, und sie streiten sich wie ein altes Ehepaar. Der Film benennt dies zwar an keiner Stelle, aber die Inszenierung lässt keinen Zweifel aufkommen. Wenn man das Alter des Films bedenkt, ist diese kleine Beobachtung höchst erstaunlich und zeigt wieder einmal, dass der Horrorfilm ein vollkommen unterschätztes Genre ist, in dem vieles ausprobiert wurde, was erst Jahre oder Jahrzehnte später den Weg in den Mainstream schaffte. Einen so unproblematischen und entspannten Umgang mit einer schwulen Beziehung der Hauptcharaktere habe ich selten im Kino erlebt. Das darf an dieser Stelle auch mal gesagt werden.

6.5/10

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