Mittwoch, 17. Februar 2010

Die Hexen von Eastwick (1986)

"Mad Max"-Regisseur George Miller verfilmte 1987 den Roman von John Updike über drei Frauen, deren beschauliches Leben in einer amerikanischen Kleinstadt sich durch das Auftauchen eines mysteriösen Fremden mit teuflischen Zügen über Nacht ändert. Mit ihm entdecken sie ihre verborgenen Kräfte. Aber wie wird man den Teufel wieder los...?

DIE HEXEN VON EASTWICK ist schon allein wegen der Besetzung mehr als sehenswert. Cher, Michelle Pfeiffer und Susan Sarandon verblassen dabei etwas neben einem Jack Nicholson, der als teuflischer Verführer Daryl Van Horne (man beachte das Wortspiel) dermaßen vergnügt außer Rand und Band spielt, dass er den ganzen Film an sich reißt. Von den Damen hat Susan Sarandon die beste Rolle, ihre Wandlung von der verklemmten Cellistin zur wildmähnigen Erotik-Bestie, die dem Kinder-Schulorchester ganz neue Töne beibringt, ist umwerfend. Cher bekommt nicht allzu viel zu tun (sie war sehr unzufrieden mit dem Film), und Michelle Pfeiffer ist mit einer undankbaren Rolle als verträumtes Opfer gestraft, aus der sie nichts herausholen kann. Für eine teure Mainstream-Produktion wimmelt es geradezu erfrischend von anzüglichen Wortgefechten und fröhlichen Obszönitäten, viele Einfälle (wie ein höllisches Kirschen-Essen) sind furios. Regisseur Miller kümmert sich in der zweiten Hälfte allerdings mehr um die (hervorragenden) Spezialeffekte als um die Geschichte, das Finale wird von einem übertriebenen Effekte-Gewitter förmlich erschlagen. DIE HEXEN VON EASTWICK ist zudem von Altmeister Vilmos Zsigmond hübsch fotografiert und von John Williams wunderbar orchestriert.

Jetzt kommt das ABER, und das bezieht sich auf die merkwürdigen - nennen wir es ruhig beim Namen - frauenfeindlichen Botschaften, die er vermittelt. So wird nicht eine Sekunde in Frage gestellt, dass alle drei Frauen dringend guten Sex benötigen, um ihr langweiliges Leben und sich selbst interessanter zu machen. Ohne Mann sind ihre Selbstverwirklichungsversuche indiskutabel (Cher modelliert nackte Frauen, man trifft sich zu öden Martini-Abenden). Sie fallen auf billige Verführungen ohne Wimpernzucken herein (Cher hält einen langen und sehr witzigen Monolog darüber, was sie alles an Nicholson abstoßend findet, nur um dann eine Minute später mit ihm im Bett zu landen), und Updikes scharfe Beobachtung einer bigotten Kleinstadt, die sich in modernen Zeiten gern zur Hexenjagd anschickt, wird durch die Karikatur von Veronica Cartwright als irrem Moralapostel vollständig zunichte gemacht. Nicholsons Ansprache in der Kirche, in welcher er Frauen als "Fehler Gottes" bezeichnet, soll komisch sein, wirkt aber unpassend. Es bleibt ein bitterer Beigeschmack. Trotz dieser Kritik (die ich auch nicht überdramatisieren möchte) überwiegt für mich jedoch die meiste Zeit der Spaßfaktor.

7.5/10

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