Montag, 15. Februar 2010

Die Frau im Hermelin (1948)

DIE FRAU IM HERMELIN (That Lady in Ermine) aus dem Jahr 1948 ist der letzte Film des großen Ernst Lubitsch, dem unangefochtenen Meister der romantischen Komödie. Der Film wurde von Otto Preminger fertiggestellt, nachdem Lubitsch noch während der Dreharbeiten verstarb und gilt gemeinhin als schwaches Werk (Preminger ist zwar ein ausgezeichneter Regisseur, zu einem Lubitsch aber fehlt ihm einiges).

Sicher kann sich das Musical - oder nennen wir es eine "musikalische Komödie" - nicht mit Lubitschs besten Werken wie "Ninotschka" oder "Sein oder Nichtsein" messen, dazu fehlt es an seiner typisch scharfen Beobachtung der gesellschaftlichen Situation seiner Figuren (anders als viele andere Lubitsch-Filme spielt DIE FRAU IM HERMELIN in einem verklärten Märchen-Italien), dafür aber bietet der Film beschwingte, nostalgische, hoffnungslos romantische Unterhaltung in satten Farben sowie einige treffende Bemerkungen über die Natur von Männern und Frauen.

Die Story: Betty Grable spielt eine frisch verheiratete italienische Fürstin, deren kleines Reich im Jahr 1861 von Ungarn unter Führung des flotten Offiziers Douglas Fairbanks jr. besetzt wird. Um die Besatzer loszuwerden, erhält Grable von ihren (verstorbenen) Ahnen den Rat, den schmissigen Ungarn zu verführen und gleich darauf zu ermorden. Ein guter Plan, doch hat sie nicht damit gerechnet, sich zu verlieben...

Die absurde Geschichte wird in einem komplett künstlichen Ambiente mit viel Augenzwinkern in hübschen Bildern und mit einigen überraschenden Spezialeffekten erzählt, etwa wenn die Ahnen aus ihren Gemälden steigen, um mit Grable durchs Schloss zu tanzen, oder die Zeit plötzlich angehalten wird. Die Handlung verlässt dabei kaum das alte Gemäuer, in dem sich die Verwicklungen abspielen. Darüber hinaus bietet der Film zwei Top-Stars ihrer Zeit in großer Spiellaune, die glänzend harmonieren, heute aber fast vergessen sind - den wirklich schneidigen Fairbanks und die energische Grable, die immer mehr der Kumpeltyp von nebenan als die sinnliche Verführerin war. Ihr musikalisches Talent kommt in zwei klasse Nummern von Friedrich Hollaender zum Einsatz - das sentimentale "This is the Moment" und das mitreißende "Oh, What I'll Do", welches sie gemeinsam mit den Ahnen singt und tanzt. Alles in allem ist DIE FRAU IM HERMELIN witzig, wohlfühlig und etwas angestaubt, aber von sympathischem Charme.
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07/10

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