Dienstag, 16. Februar 2010

Die Falschspielerin (1941)

"The Lady Eve - Die Falschspielerin" gehört zu den besten klassischen romantischen Komödien und hält auch einem wiederholten Sehen mühelos Stand, weil hier alle Beteligten vor und hinter der Kamera Höchstleistungen abgeliefert haben.
Statt der für Screwball-Komödien üblichen heftigen Wortgefechte setzt Regisseur Preston Sturges auf nachvollziehbare, ehrliche Romantik, Sarkasmus, Slapstick, subtile Erotik und realistischen Dialog. Das zusammen mit zwei Stars in Topform und einem brillanten Drehbuch, das alle Erwartungen unterläuft, macht "The Lady Eve" zu einem faszinierenden Filmerlebnis.

Die Geschichte: die Gaunerin Jean Harrington (Stanwyck) lernt auf einer ihrer Betrüger-Reisen den jungen und etwas naiven Millionärserben Charles (Henry Fonda) kennen. Was zunächst ein routinierter Coup sein soll, wird bald zur Liebesaffäre, und die böse Dame muss um das Herz ihres Millionärs kämpfen...

"The good girls are never as good as they seem to be, and the bad ones never as bad." Das ist das Leitmotiv des Films und seiner Titelfigur. Barbara Stanwyck spielt ihre Verführerin mit derselben Lust und Abgebrühtheit, die sie später in Billy Wilders "Double Indemnity - Frau ohne Gewissen" unsterblich machte. Henry Fonda - viel zu selten in Komödien eingesetzt - verkörpert den naiven Erben mit umwerfender Naivität und einem jungenhaften Charme, der leichtes Spiel für Stanwyck zu sein scheint. Sie ist die "Eva" aus dem Originaltitel und gleichzeitig die Schlange, er ist Schlangenforscher und kommt gerade vom Amazonas zurück. Ihre große Verführungsszene ist ein Meisterstück an Sinnlichkeit, die an der Zensur vorbeigeschmuggelt wird. Das Drehbuch baut eine grandiose Falle ein - die Geschichte ist in der Mitte des Films praktisch zu Ende und beginnt von vorne, mit verkehrten Vorzeichen. So bleibt die Komödie bis zum Schluss überraschend originell und unterhaltsam.

9.5/10

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