Mittwoch, 17. Februar 2010

Die fabelhaften Baker Boys (1989)

Michelle Pfeiffer bestand darauf, die Songs im Film selbst zu singen, und das Ergebnis ist nicht nur umwerfend, sondern auch noch eingebettet in einen der besten Filme der späten 80er. DIE FABELHAFTEN BAKER BOYS ist die perfekte Mischung aus Mainstream und Autorenkino - unterhaltsam, manchmal nachdenklich, großartig gespielt und umwerfend musikalisch.

Die Story: Zwei erfolglose Bar- und Hotelpianisten (Jeff und Beau Bridges) engagieren eine Sängerin (Michelle Pfeiffer), die ihnen nicht nur plötzlichen Erfolg, sondern auch private Komplikationen beschert...

Schon der erste Dialogsatz im Film ("Du hast tolle Hände... You've Got Great Hands") ist exemplarisch für das exzellente Drehbuch. Michelle Pfeiffer und die beiden Bridges-Brüder zeigen hier die vielleicht besten Leistungen ihrer Karriere. Komponist Dave Grusin verleiht dem Film die unwiderstehliche jazzige Atmosphäre, Kameramann Michael Ballhaus sorgt für verführerische Bilder. Seine berühmte Kamerafahrt zum Song "Making Whoopie", den Belle Michelle im roten Samtkleid auf Jeff Bridges' Klavier hinlegt, ist eine Sternstunde des modernen Kinos (und dutzendfach parodiert worden). Trotz aller hochkarätigen Namen ist DIE FABELHAFTEN BAKER BOYS ein kleiner, bescheidener und menschlich kluger Film. Was ihn zudem so besonders macht, ist seine realistische Beobachtung und Verständnis für sein Milieu. Regisseur und Autor Steve Kloves zeigt, dass Showbusiness nicht nur Glamour ist, sondern für viele Künstler schlicht knochenharte Arbeit, ohne dass sie jemals vor einem Millionenpublikum auftreten werden. So treten die Baker-Brüder zu Beginn in den miesesten Hotel-Lounges auf und spielen Schlager-Klassiker vor uninteressiertem, gelangweiltem Publikum. Und selbst als Michelle Pfeiffer die Zuschauer begeistern kann und die Brüder Erfolg haben, spielen sie weißgott nicht in ausverkauften Hallen, sondern in etwas besseren Hotels und auf Silvesterfeiern. Ihr Privatleben ist wegen der ständigen Herumreiserei eine Katastrophe. Jeff Bridges wird überhaupt nur von seinem Hund und einem ebenso einsamen Nachbarsmädchen geliebt. Die Romanze mit Michelle Pfeiffer ist vollkommen frei von Kitsch. BAKER BOYS erzählt von der Frustration und Einsamkeit, welche Künstler empfinden, wenn Musik nur noch als Beigabe zum Essen serviert wird. Dennoch weigert sich Steve Kloves, seine Protagonisten als Verlierer abzustempeln. Sie machen ihre Arbeit, und die macht manchmal Spaß, und manchmal hängt sie zum Hals raus. Wie bei uns allen.

9.5/10

Making Whoopie!

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