Dienstag, 23. Februar 2010

Die drei ??? - Das verfluchte Schloss (2009)

Die drei Fragezeichen sind treue Begleiter seit meinen Jugendtagen. Aufgrund schlechter Mundpropaganda war ich vom ersten Kinofilm "Das Geheimnis der Geisterinsel" eher positiv überrascht, beim VERFLUCHTEN SCHLOSS allerdings verhält es sich genau umgekehrt.

Der Inhalt: Die drei Detektive Justus, Peter und Bob geraten durch eine Videobotschaft, die Justus' verstorbene Eltern kurz vor ihrem Tod hinterlassen haben, in das verfluchte Schloss des Erfinders Stephen Terrill, wo sie allerhand Mysteriöses erleben, einem seltsamen Mädchen sowie dem Geist des Schlossbesitzers begegnen und schließlich einen Schatz suchen müssen...

Positiv zu vermerken sind die Leistungen der Darsteller, wobei besonders Chancellor Miller als hochintelligenter, grüblerischer Justus Jonas absolut überzeugt, der stets ruhig bleibt, während die Kollegen gern in Hysterie ausbrechen. Die emotionalen Momente gelingen ihm nicht so gut, das liegt aber an der Einfallslosigkeit des Drehbuchs. So muss Miller z.B. eine unmögliche Szene am Grab seiner Eltern spielen, die man schon tausendfach gesehen hat ("Habt ihr mir nicht vertraut?" schluchz)

Der Trend zur Emotionalisierung geht auch hier weiter. Die Detektive dürfen nicht mehr durch einen Auftrag (des seligen Hitchcock) gut gelaunt in ihr unheimliches Abenteuer stolpern, sondern es muss einen privaten Aufhänger und jede Menge Tränen und Kitsch geben. Die Penetranz, den Detektiven psychologischen Ballast aufzubürden, war bereits in den jüngeren Folgen der Hörspielreihe überflüssig. Originalität, Witz und Spannung wären mir deutlich lieber, aber der Humor ist flach (auch für Kinder), die Geschichte hangelt sich mit dünnem roten Faden von einem Erlebnis zum nächsten, und dazu wird sich links und rechts bei anderen Filmen bedient, etwa "Haunted Hill" oder "13 Ghosts".

Die Charaktere bleiben farblos, Peter Shaw (Nick Price) und Bob Andrews (Cameron Monaghan) werden unerklärlicherweise beide als trottelig gezeichnet. Price muss schon beim ersten Schlossbesuch eine schlimme Slapstick-Einlage absolvieren, die Ed Wood stolz gemacht hätte (man sieht, wie der arme Darsteller sich selbst gegen sämtliche Dekorationen wirft). Annette Kemp als mysteriöses Mädel Caroline bereichert den Film überhaupt nicht, hier musste nur wieder einmal (wie bereits im Vorgänger) für das weibliche Publikum eine Identifikationsfigur vor die Kamera und in die Story gezerrt werden.

So sehr ich mich über das Eintreffen von Chauffeur Morton samt goldenem Rolls Royce gefreut habe (sogar mit der Stimme von Andreas von der Meden), auch diese von den Fans jahrzehntelang geliebte Figur bleibt völlig uninteressant. Ein müder Schlussgag nach den ersten Abspanntiteln rundet übrigens den schwachen Eindruck ab. Es folgt ein schlimmer Rap-Song, den ich gar nicht so schnell ausschalten konnte wie mir übel wurde.

Kamera und Effekte sind in Ordnung, wenngleich nicht atemberaubend. In einer wirklich gelungenen Sequenz erkennt Justus den versteckten Geheimgang und eine zu entschlüsselnde Formel im verfluchten Gemäuer, ansonsten bietet das VERFLUCHTE SCHLOSS für meinen Geschmack zu wenig Grusel, Abenteuer und Witz.
"Die drei ??? und das Gespensterschloss" war eine meiner Lieblingsfolgen der Hörspiel-Reihe, die Verfilmung aber hat mich mehr als einmal tödlich gelangweilt. Ich bezweifle, dass man so neue Fans gewinnt, man schreckt dazu noch die alten ab. Kein guter Weg.

03/10

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