Dienstag, 16. Februar 2010

Die Dinge des Lebens (1970)

"Die Dinge des Lebens" ist ein wunderbares Beispiel für die Kunst des französischen Kinos, Leichtigkeit und inhaltliche Tiefe miteinander zu verbinden. Der Film erzählt von einem Autounfall auf offener Landstraße. Während der Fahrer (Michel Piccoli) auf Hilfe wartet, zieht sein Leben an seinen Augen vorbei, insbesondere die Liebesbeziehungen zu seiner Ehefrau und seiner Geliebten, zwischen denen er sich nicht entscheiden konnte. Jetzt, da er weiß, wohin er gehört, ist es zu spät - oder nicht?

"Die Dinge des Lebens" verweigert sich dabei einer kontinuierlichen Erzählweise, die Erinnerungen werden bruchstückartig aneinander gereiht und ergeben erst im großen Bild und dem Kopf des Zuschauers die komplette Geschichte. Die Darsteller sind exzellent in ihrer realistischen Spielweise, insbesondere natürlich Piccoli und die wunderbare Romy Schneider, die hier in einem ihrer besten Filme zu sehen ist. Der Film entgeht jeder Oberflächlichkeit und jedem Kitsch mühelos und man bemerkt fast nicht, dass die ganz einfachen Dinge des Lebens, von denen er erzählt, gleichzeitig auch die schwierigsten und tiefgründigsten Dinge des Lebens sind. Ein moderner Klassiker, filmisch faszinierend und so viel besser als das öde US-Remake "Begegnungen", das auf jeden Fall zu vermeiden ist!

08/10

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