Montag, 15. Februar 2010

Die blaue Dahlie (1946)

DIE BLAUE DAHLIE (The Blue Dahlia) von 1946 ist einer von drei Filmen aus Hollywoods "Schwarzer Serie", in denen Alan Ladd und Veronica Lake Seite an Seite spielen ("Der gläserne Schlüssel" und "Die Narbenhand" sind die beiden anderen), und sie gehören zweifellos zu den verführerischsten und faszinierendsten Paarungen, die Hollywood je geschaffen hat.

Die Story der BLAUEN DAHLIE: ein Kriegsheimkehrer (Ladd) wird beschuldigt, seine Ehefrau ermordet zu haben. Eine Zufallsbekanntschaft (Lake) mit Beziehungen zur Unterwelt hilft ihm bei der Suche nach dem wahren Täter...

Regisseur George Marshall inszeniert nach einem Drehbuch von Autor Raymond Chandler ohne künstlerische Ambitionen, aber mit viel Noir-Atmosphäre (Nachtclub-Settings, Zigarettenrauch, harte Jungs in eleganten Anzügen und verführerische Frauen mit Vergangenheit und einer Schwäche für sanfte Helden). Der Film hält die Identität des Mörders geschickt im Dunkeln und bleibt so bis zuletzt spannend. Letztlich besticht DIE BLAUE DAHLIE aber durch Alan Ladd und die wundervolle Veronica Lake. Als Schauspielerin ist sie zweifellos limitiert (viele finden ihre Darstellung hölzern), aber ihre Schönheit und geheimnisvolle Ausstrahlung (zusammen mit dem raffinierten Look, den sämtliche Teenager seinerzeit imitierten) machen sie zu einer immer wieder faszinierenden Filmfigur, selbst wenn sie - wie hier - kaum Charakterzüge vom Drehbuch erhält.

Die interessanteste Figur spielt William Bendix als Kriegskumpel von Ladd, dessen aggressives Wesen (er beleidigt alles und jeden) ihn für die Handlung zum Verdächtigen macht, tatsächlich aber Raymond Chandlers düstere Weltsicht ausdrückt. Chandlers Dialoge sind wie üblich lakonisch und eine Kunstform für sich. "Nehmen Sie immer Fremde im Auto mit?", fragt Ladd, der gerade von Veronica Lake im strömenden Regen aufgegabelt wurde, und Lake antwortet: "Jeder war einmal ein Fremder, bevor er ein Bekannter wurde." Auf die spätere Frage von Lake, ob er sie schon vorher einmal gesehen hätte, erwidert Ladd: "Jeder Mann hat Sie irgendwann schon einmal gesehen - das Problem ist, Sie zu finden." Wunderbar.

08/10

Kommentare:

  1. Gibt es eigentlich die beiden anderen Filme von Ladd/Lake inzwischen auch auf DVD?

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  2. Nicht dass ich wüsste. Bin ja schon froh, dass der hier erschienen ist, auch wenn ich die "Narbenhand" besser finde.

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  3. Ich hab die alle drei vor Urzeiten mal im TV gesehen. Ist aber schon Jahrzehnte her. *schluck* Wäre schön sie heute mal wieder sehen zu können. Mir ist dann immer als träfe ich alte Bekannte, die ich lange nicht gesehen habe.

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