Samstag, 13. Februar 2010

Der schwarze Kreis (1964)

DEAD RINGER (Der schwarze Kreis) entstand 1964 nach dem phänomenalen Erfolg von "Was geschah wirklich mit Baby Jane?" und zeigt das ultimative Duell der doppelten Bette Davis, die als verarmte, aber gutherzige Edith ihre böse, wohlhabende und verwitwete Zwillingsschwester ermordet und deren Platz einnimmt. Da muss sie nicht nur den knurrigen Familienhund überzeugen, sondern auch den smarten Lover der Verstorbenen, gespielt von Peter Lawford. Als dann noch Ediths sympathischer Freund (Karl Malden) in den Familienverhältnissen herumschnüffelt, entdeckt er mehr, als ihm und Edith lieb ist...

DEAD RINGER ist schlicht und einfach ein Fest für Bette Davis-Fans, die hier nicht so (wundervoll) übertrieben agiert wie in "Baby Jane" und die beiden grundverschiedenen Charaktere Edith und Margaret sehr überzeugend bis in die Nuancen darstellt. In der Rolle der reichen Margaret und später in der Rollen-Übernahme darf sie glamourös und elegant auftreten, was ihr in den Filmen der 60er oft verwehrt blieb. Diese Doppelrolle war übrigens nichts Neues für sie, spielte sie doch bereits 1946 in "A Stolen Life" beide Zwillingsparts. Hier schafft sie es, einen eiskalten Mord zu begehen (mit abgesicherter Motivation allerdings, denn die böse Schwester hat ihr seinerzeit die große Liebe mit einem hinterhältigen Trick gestohlen) und das Publikum dennoch auf ihrer Seite zu haben. Der größte Reiz des Films besteht darin, dass Davis in immer wieder neue Situationen gebracht wird, in denen sie "bestehen" muss, man fiebert mit ihr und hoft, dass niemand hinter ihr Geheimnis kommt. Sie muss Unterschriften kopieren, Tresorkombinationen herausfinden und ihren plötzlichen Hang zu Zigaretten erklären (sie raucht praktisch pausenlos).

So unglaubwürdig das Ganze auch ist, so unterhaltsam wird es von Paul Henreid inszeniert, der selbst mehrfach Co-Star von Bette Davis in deren goldenen Hollywood-Jahren war und unvergessen als Victor Laszlo im unsterblichen Klassiker "Casablanca" bleibt. In Nebenrollen glänzen der immer knuddelige Karl Malden und die entzückende Estelle Winwood. Die S/W-Kamera verzichtet auf jegliche Mätzchen, sehr gelungen ist auch André Previns Filmmusik. Der Vorspann zitiert wieder einmal Hitchcocks "Psycho". Insgesamt ein sehenswerter Klassiker des Diven-Thrillers.

09/10

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