Samstag, 13. Februar 2010

Der Schrecken vom Amazonas (1954)

DER SCHRECKEN VOM AMAZONAS (Creature From the Black Lagoon) wurde 1954 in 3D produziert und war ein riesiger Kino-Erfolg, er gilt heute noch als vielleicht bekanntester Film von Jack Arnold, und selbst wenn einige Elemente aus heutiger Sicht etwas zu naiv und angestaubt wirken, kann er immer noch (Nostalgiker, nicht unbedingt "Hostel"-Fans) wunderbar unterhalten, weil hier mit viel Liebe und nicht ohne Tiefgang gearbeitet wurde.

Die Geschichte: nach dem aufregenden Fund einer versteinerten Kralle mit Schwimmhäuten schippert eine Gruppe von Wissenschaftlern durch die Schwarze Lagune des Amazonas, auf der Suche nach dem mysteriösen Amphibien-Wesen, das Licht in die Evolutionstheorie bringen könnte. Als sie es finden und dessen Frieden empfindlich stören, bekämpft das Vorzeitwesen die Eindringlinge - und verliebt sich...

Das Monster selbst ist in die Filmgeschichte eingegangen und kann auch heute noch begeistern. Das Gummi-Kostüm ist kaum bemerkbar, das "Wesen" besitzt nicht nur eine eigene Körpersprache, sondern auch Persönlichkeit. Wenn es sich in die hübsche Verlobte (Julie Adams) des wissenschaftlichen Leiters (Richard Karlson) verliebt, kann man es ihm nicht verdenken, denn Julie Adams sieht in ihrem weißen Badeanzug geradezu hinreißend aus und erweist sich dazu als echter Kumpel-Typ. Ihr Partner Richard Carlson, der auch in Jack Arnolds "Gefahr aus dem Weltall" die Hauptrolle spielte, ist immer überzeugend als Wissenschaftler, der auch in der Badehose noch knackig aussieht und zu jedem Abenteuer bereit ist. Die vielen Unterwasser-Szenen sind das Highlight des Films, und in der wohl wunderbarsten Sequenz unternimmt Julie Adams einen einsamen Schwimmausflug, bei dem sie unbemerkt vom Monster unter Wasser beobachtet wird, bis beide ein wahrhaft poetisches Wasserballett aufführen. Wenn das Wesen nach seiner Angebeteten grapscht, dann wird man sehr deutlich an Spielbergs "Der weiße Hai" erinnert und weiß, woher dieser seine Inspiration nahm.

Regisseur Jack Arnold zeichnet zwar das menschliche Dreiecksverhältnis zwischen Adams, Carlson & Widersacher Richard Denning relativ eindimensional (mit Denning als stereotypem Bösen), dafür aber stellt er klar, dass das Monster nur zu seinen Untaten getrieben wird, weil die Menschen es provozieren. Wenn wir alles Andersartige und Fremde einfach akzeptieren und in Ruhe lassen würden, würde es keine Gewalt mehr geben, meint Arnold, und man möchte sofort zustimmen. DER SCHRECKEN VOM AMAZONAS erreicht zwar nicht die philosophische Tiefe des späteren "Die unglaubliche Geschichte des Mister C.", aber für nostalgische, spannende Abenteuerstimmung ist reichlich gesorgt. Ein Jahr später entstand erneut unter Arnolds Regie die Fortsetzung "Die Rache des Ungeheuers".

08/10

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