Mittwoch, 17. Februar 2010

Der Rosenkrieg (1989)

"Mit mir hattest du deinen ersten Multi-Orgasmus!" Die Ehe der Roses ist am Ende, es folgt die Scheidung. Da aber keiner von beiden auf das gemeinsame Traumhaus verzichten will, bricht ein Scheidungskrieg aus, den die Filmgeschichte bis dato nicht erlebt hat, inklusive angepinkelter Feinschmecker-Menüs, überfahrener Katzen, einer schwer erschütterten Marianne Sägebrecht und einer Menge zerschlagener Kitschfiguren aus Porzellan.

DER ROSENKRIEG aus dem Jahr 1989 kann mittlerweile als moderner Klassiker der schwarzen Komödie bezeichnet werden, er war im Erscheinungsjahr ein Riesenhit und erfreut sich heute noch großer Beliebtheit. Das liegt zum einen am erprobten Star-Trio Douglas/Turner/DeVito, das glänzend harmoniert (man merkt, wie gut sich die Beteiligten verstehen und eingespielt sind), zum anderen an Buch und Regie, die auf jeden Versuch, das makabere Geschehen zu glätten oder weichzuspülen, verzichten. Regisseur Danny DeVito fährt hier volles Risiko, das Publikum komplett vor den Kopf zu stoßen und gewinnt auf ganzer Linie.

DER ROSENKRIEG ist dabei nicht nur brüllend komisch, sondern bietet auch äußerst differenzierte Blicke auf Beziehungen. So schildert er, wie der Alltag eine Partnerschaft anfressen kann, wie liebenswerte Eigenschaften des anderen plötzlich als störend empfunden werden, und wie die persönliche Evolution unabhängig vom Partner zu Entfremdung und Ablehnung führt. In diesem Fall ist es Kathleen Turner (schön, stark und selbstbewusst), die mit der Hausfrau- und Mutterrolle nicht mehr zufrieden ist und sich selbstständig macht, was dem erfolgreichen Opportunisten-Gatten Douglas (herrlich als schmieriger Spießer) überhaupt nicht gefällt.

So ist DER ROSENKRIEG auch ein Krieg der Geschlechter und der Emanzipation. Deswegen dürfen Turners Streiche auch deutlich lebensgefährlicher ausfallen (u.a. sperrt sie Douglas in der Sauna ein, überfährt ihn mit einem Landrover und beißt in seine Weichteile), während Douglas sich mit kindischen Rache-Aktionen begnügt (wie dem Absägen all ihrer Schuh-Absätze und peinlicher Bloßstellung seiner Gattin). Ich habe schon erlebt, wie zerbröselnde Beziehungen nach Ansehen des Rosenkriegs vollends in die Brüche gingen, weil er auf mehreren Ebenen so gut als Spiegelbild des Zuschauers funktioniert. Regisseur Danny DeVito liefert dazu sehr originelle Bilder, einfallsreiche Kamerapositionen und Verfremdungen, die dem Geschehen einen surrealen Charakter verleihen.

Trotz aller Vielschichtigkeit aber ist DER ROSENKRIEG in erster Linie ein Riesenspaß, der bislang thematisch nicht erreicht wurde. Wenn schon, denn schon, heißt die Devise von Danny DeVito, und der Erfolg gibt ihm recht. Oder, um es mit Kathleen Turner zu sagen: "Wuff!"

10/10

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