Dienstag, 16. Februar 2010

Der Feuerteufel (1984)

Schon der Roman "Firestarter" gehört zu Stephen Kings unspektakulärsten Werken, und der Film kam zu einer Zeit heraus, als es praktisch jeden Monat einen neuen King-Film im Kino zu sehen gab.
Doch nicht nur deshalb ist er durchgefallen - er ist einfach uninteressant und streckenweise langatmig. Keine der Figuren ist annähernd sympathisch oder interessant gezeichnet, die Charakterisierungen sind eindimensional und klischeehaft (die Farmer sind die Guten, die Mitglieder des Konzerns die Bösen), das hervorragende Ensemble (Martin Sheen, George C. Scott) wird verschenkt. Besonders Art Carney und Louise Fletcher als Bauern-Ehepaar sind nur im Film, um zu einem süßlichen Happy-End zu kommen, ansonsten haben sie keinerlei Funktion für die Handlung.
Drew Barrymore kann leider zu keiner Minute überzeugen, und am Unangenehmsten ist die Darstellung George C. Scotts, der sich auf Befehl des Konzerns an Barrymore "heranmachen" soll (womit nur gemeint ist, dass er sich mit ihr zum Schein anfreunden soll), und Scotts Darstellung, die Inszenierung und der Dialog in geschmacklose Kindsverführungs-Richtung gehen, die mehr als peinlich ist.

Und die alte Regel bewahrheitet sich wieder - wenn einem die Figuren egal sind, ist auch der Film egal. So schleppt sich "Firestarter" zu seinem vorhersehbaren Ende hin, immer konventionell und uninspiriert. Das Finale bietet dann zwar ordentliche Spezialeffekte (besonders die Feuerbälle sind auch heute noch beeindruckend), aber die Zerstörung der Bösen durch Barrymore vollzieht sich so emotionslos und wiederholend, dass auch dies schnell langweilig wird.

Das Positive: Im Zuge der momentanen Folter-Horror-Welle im Kino ist ein Blick auf "Firestarter" tatsächlich erfrischend, weil er wenigstens versucht, eine komplexe Geschichte zu erzählen. Die erste halbe Stunde ist sogar relativ spannend und ungewöhnlich erzählt (der Film springt praktisch ohne Vorspiel mitten in die Handlung). Die Spezialeffekte sind hervorragend und realistisch (im Rahmen des Genres). Statt auf Blut und Ekel wird hier eindeutig auf Fantasie gesetzt. Untermalt wird der Film gekonnt von einem kultigen 80er-Tangerine-Dream-Soundtrack.

Doch zu viele Anleihen bei "Carrie", "Teufelskreis Alpha" und "Scanners" erwecken schnell den Eindruck, dass man mit jenen Filmen viel besser dran wäre.

06/10

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