Samstag, 13. Februar 2010

Der Feind in meinem Bett (1991)

"Der Feind in meinem Bett" ist so übertrieben lachhaft in seiner Figurenzeichnung und so mechanisch konstruiert, dass man kaum glauben mag, Regisseur Ruben ist wirklich dafür verantwortlich, hat er doch den hervorragenden und spannenden "Stepfather" inszeniert. Aber der "Feind" macht zweifellos Spaß - wenn auch nicht unbedingt so, wie es beabsichtigt war.

Schon die erste Szene, in der Roberts am Strand Muscheln sammelt (Achtung, Metapher!!) und sich hundertmal entschuldigt, weil ein bisschen Sand auf den teuren Anzug ihres bösen Ehemanns geraten ist, schreit nach lauten Lachern. Einfach alles ist zu dick, zu deutlich, zu künstlich. Roberts sieht natürlich makellos aus, nachdem sie von ihrem Ehemann praktisch zu Hackfleisch geprügelt wurde. Dieser fiese Ehemann ist übrigens wirklich die Pest, denn er verlangt von ihr nicht nur Sex zur Musik von Berlioz, sondern er verlangt auch, dass sie...man mag es gar nicht aussprechen...die HANDTÜCHER ordentlich aufhängt! Was für eine Bestie!

Nachdem sie ihn verlassen hat, ändert Roberts drastisch ihr Aussehen - von glatten zu gelockten Haaren! Würde das nicht jede Frau machen, wenn ein psychopathischer Killer hinter ihr her wäre? Dann lernt sie auch noch Kevin Anderson kennen, der einen verhindeten Musicalstar spielt und im Garten mit Schlauch tanzt und singt (allein ein Grund, ihn umzubringen), und es folgt eine typische "Julia probiert Kleider aus"-Montage, die doch in "Pretty Woman" so herrlich funktioniert hat, hier aber KOMPLETT fehl am Platze ist. Dazu gibt es noch eine blinde Mutter (weibliche Thriller-Heldinnen haben immer eine kranke oder behinderte Mutter, siehe Sandra Bullock in "Das Netz"), zu deren Besuch sich Roberts als Mann verkleidet (warum, wenn Mami blind ist? Keine Ahnung!). Die Verkleidung ist so gut, dass nicht mal ihr eigener Mann sie erkennt, obwohl er direkt hinter ihr steht. Aber die schlaue Julia trägt ja auch einen Schnurrbart!

Tipp: Den "Feind in meinem Bett" unbedingt mit guten Freunden und Popcorn zusammen sehen. Hier gibt es mehr zu lachen als in jeder gewollten Hollywood-Komödie. Als ernst gemeinter Thriller ist er eine Katastrophe, als Lachnummer grandios.

05/10

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