Sonntag, 14. Februar 2010

Dead of Night - Traum ohne Ende (1945)

TRAUM OHNE ENDE (Dead of Night) aus dem Jahr 1945 ist ein anerkannter Klassiker des Horrorfilms, ein Meisterstück des subtilen Grauens, der ein ganzes Genre (den Horror-Episodenfilm) aus dem Nichts erschuf, und dessen Einfluss sich auch heute noch in Werken wie "The Sixth Sense" oder "Dead Silence" wieder findet. Nachdem während des 2. Weltkrieges in Großbritannien keine Horrorfilme produziert und aufgeführt werden durften, war TRAUM OHNE ENDE bei seinem Erscheinen ein Riesenerfolg und galt sofort als bedeutende britische Produktion.

In der Rahmenhandlung (Regie: Basil Dearden) reist ein Architekt übers Wochenende in ein einsames Landhaus, das ihm aus seinen Alpträumen seltsam bekannt vorkommt. Die versammelten Gäste erzählen je eine Geschichte über unheimliche Begebenheiten, bevor sich mehrere Kreise schließen...

TRAUM OHNE ENDE bewahrt sich im Gegensatz zu vielen anderen Episodenfilmen, die wegen der unterschiedlichen Qualität der Episoden oft nicht homogen wirken, durchgehend seine alptraumhafte Qualität und düstere Spannung. Die Episode, die sich deutlich von den anderen in Ton und Stil unterscheidet, die Gesamtstimmung aber nicht stört, geht eher in Richtung Schwarze Komödie (kein Wunder, Regisseur ist der geniale Charles Crichton, der über 40 Jahre später noch "Ein Fisch namens Wanda inszenierte) und bietet den Darstellern Basil Radford und Naughton Wayne die Gelegenheit, ihr skurriles Duo aus Alfred Hitchcocks "Eine Dame verschwindet" zu wiederholen.

Die übrigen Segmente erzählen von einem unheimlichen Leichenwagen, der Begegnung mit einem Geist während einer Weihnachtsparty (sehr stimmungsvoll und mit zarter Poesie von Alberto Cavalcanti inszeniert), sowie in der wohl besten und nervenzerrendsten Folge von einem verhexten Spiegel, der seinen Besitzer in den Wahnsinn treibt. Die berühmteste Episode schildert, wie eine Bauchrednerpuppe von ihrem Puppenspieler (Michael Redgrave) Besitz ergreift. Diese und die Spiegel-Episode sind Bravourstücke an Spannung, schleichendem Grauen und schockierenden Wendungen. Die Darsteller spielen allesamt auf höchstem Niveau. Freunde des gepflegten Schwarzweiß-Horrors, dessen Wirkung sich mehr im Kopf des Zuschauers als auf blutgetränkter Leinwand abspielt, werden hier ihre Freude haben. Er spielt in einer Liga mit Geisterfim-Klassikern wie "Schloss des Schreckens" und kann auch heute noch Gänsehaut erzeugen.

10/10

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