Sonntag, 14. Februar 2010

Das siebente Siegel (1957)

Während im Mittelalter die Pest wütet, begegnet der Kreuzzug-Ritter Antonius (Max von Sydow) dem Tod (Bengt Ekerot), der ihn ins Schattenreich mitnehmen will. Antonius fordert den Tod zu einem Schachspiel um sein Leben heraus, vielleicht seine letzte Chance, der Verdammnis zu entkommen...

Es gibt nur wenig Filme, die unantastbar sind, egal ob man sie mag oder nicht, aber Ingmar Bergmans existenzialistisches Meisterwerk DAS SIEBENTE SIEGEL aus dem Jahr 1957 ist einer von ihnen. DAS SIEBENTE SIEGEL ist große anerkannte Filmkunst, ein Werk von unvergleichlicher Schönheit und Klarheit. Bergman geht hier Fragen nach, die andere nicht einmal zu stellen wagen und fordert den Zuschauer in jeder Minute. Glaube und Religion, Leben und Tod, Schicksal und Selbstbestimmung sind die Themen. Gibt es eine Macht, die uns beschützen kann, oder ist die Menschheit auf sich selbst gestellt und somit ihrem Untergang geweiht? Kann man den Tod überlisten, oder ist der Zeitpunkt unseres Ablebens vorbestimmt? Wie soll man Gott in allem Unheil erkennen?

Bergman zeichnet ein grausames, nachtschwarzes Bild vom Mittelalter jenseits jeder Verklärung. Die Kamera schafft Bilder von expressionistischer Schönheit und Wucht, packende Landschafts- und Tieraufnahmen korrespondieren mit klaustrophobischen Innenräumen. Max von Sydow bietet eine Meisterleistung als innerlich zerrissener Kreuzritter, der seinen Glauben an die Existenz Gottes verliert, während um ihn herum der Tod wütet. Er begegnet während des Spiels weiteren Menschen, die jeweils unterschiedlich mit den Fragen des Lebens umgehen. Er sieht Unschuld, Zuneigung und Liebe, aber auch Ketzerei, Folter, Schreckensbilder.

Trotz gelegentlicher Anflüge schwarzen Humors (der Tod unterbricht das Schachspiel, weil er "Arbeit" hat - der schlichte Jof fragt den Tod naiv, ob es keine Sonderregelung für Schauspieler gebe) ist DAS SIEBENTE SIEGEL eines der düstersten, abgründigsten und vielschichtigsten Werke aller Zeiten und ohne Frage ein Film, den man gesehen haben muss, wenn man sich Cineast nennen möchte.

10/10

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