Dienstag, 16. Februar 2010

Das Schlafzimmerfenster (1987)

Nun, Curtis Hanson ist natürlich kein Hitchcock, selbst wenn sich das Drehbuch sehr nah an dessen Klassikern orientiert und es zu einer Reihe von starken Suspense-Momenten kommt. An der Story gibt es jedenfalls nichts auszusetzen.

Visuell allerdings trennen Hanson Welten vom Großmeister (das unterscheidet ihn u.a. von Brian De Palma, der ebenfalls Hitchcocks Werke für seine Dramaturgien benutzt, dabei aber einen ganz eigenen, filmischen Stil entwickelt). Trotz eines eleganten Widescreen-Looks (und einem 80er-Design in Kostümen und Ausstattung, das die Zeit leider nicht gut überdauert hat und heute relativ geschmacklos wirkt) schafft er es nicht, Szenen allein über die Kamera zu erzählen oder einen unvergesslichen optischen Moment zu kreieren.

Ein weiterer Minuspunkt ist die Besetzung, die sich zwar alle Mühe gibt, aber nie die Klasse erreicht, die solch durchkonstruierte Filme erfordern. Das Schlimmste an "Bedroom Window" aber ist ausgerechnet der Soundtrack (das wäre Hitchcock nun wirklich nie passiert) aus in den 80ern ach so bliebtem Synthie-Gedudel mit Elektro-Saxophon zur erotischen Betonung. Das ist Quasi-Moroder von der schlimmsten Sorte und ruiniert fast einen ansonsten ansehnlichen, spannenden Psycho-Thriller.

08/10

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