Samstag, 13. Februar 2010

Das Phantom der Oper (1929)

Wer kennt sie nicht, die Geschichte um das Phantom, das in den Katakomben der Pariser Oper umgeht und der jungen Sängerin Christine zum Aufstieg verhilft, als Gegenleistung aber bedingungslose Liebe und Hörigkeit fordert, die sie nicht geben kann?

Gaston Leroux' PHANTOM DER OPER gehört zu den meistverfilmten Gruselstoffen aller Zeiten. Diese Stummfilmfassung von 1925 unter der Regie von Rupert Julian (bzw. Edward Sedgwick, der den Film 1929 nach künstlerischen Differenzen beendete und neu schnitt) ist und bleibt aber die beste Verfilmung, was zum einen an Lon Chaney liegt, dem "Mann mit den 1000 Gesichtern", der eine immer noch beängstigend gute Leistung als Phantom zeigt, zum anderen nimmt der Film die Vorlage ernst und stellt das Phantom als Schreckensfigur dar, nicht als verkitschten Love-Interest, der in späteren Verfilmungen immer wieder bemüht wurde. Die Gefühle des Phantoms für Christine sind ehrlich, können aber von ihr nicht erwidert werden, weil seine Taten zu grausam sind.

Lon Chaney ist die tragische Figur der Geschichte, aber er ist auch in erster Linie ein Monster. Neben ihm verblassen die im Grunde langweiligen Liebenden Christine und Raoul. Die finale Demaskierung des Phantoms (die hier leider mit dem DVD-Cover vorweggenommen wird, was ich sehr schade und unüberlegt finde) ist ein großer Moment des klassischen Horrors und hat nichts von seiner Wirkung verloren. Wer keine Berührungsängste mit Stummfilmen hat, dem kann ich diesen Film nur ans Herz legen, auch wenn man sich an das teilweise exaltierte Stummfilm-Spiel der Darsteller gewöhnen muss.

07/10

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