Dienstag, 16. Februar 2010

Das indische Tuch (1963)

"Das indische Tuch" spaltet die Wallace-Fangemeinde. Viele halten den Film für eine langweilige Nacherzählung von Agatha Christies "Zehn kleine Negerlein", was er durchaus auch ist (und damit nichts mehr mit der Vorlage von Wallace zu tun hat). Für viele andere und mich ist dies einer der Höhepunkte der Wallace-Reihe, allein schon wegen des absurden Dialogwitzes und der großartigen Besetzung, bei der vor allem Elisabeth Flickenschild alle an die Wand spielt.

Das Gezicke unter der versnobten Verwandtschaft, die für ein Wochenende auf einem englischen Landsitz eingeschlossen ist, sucht wirklich seinesgleichen und wirkt für eine deutsche Wallace-Produktion beinahe authentisch "british". Außerdem kann ich immer wieder über Eddi Arent und seinen Teewagen lachen, der ihm wie an unsichtbaren Fäden geführt auf Schritt und Tritt folgt.

"Das indische Tuch" ist einer der Wallace-Filme, der seine Nähe zum Horror-Genre nicht verleugnet, sondern klar für Schockeffekte benutzt. Die subjektiven Einstellungen des Mörders, der seine Killer-Tücher zusammenrollt, sind auch heute noch auf unheimliche Weise überzeugend.

10/10

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