Dienstag, 16. Februar 2010

Das Fenster zum Hof (1954)

DAS FENSTER ZUM HOF (Rear Window) gehört zu Alfred Hitchcocks besten Filmen (für viele ist er der Beste überhaupt) und ist ein verdienter Klassiker der Filmgeschichte.
Der Thriller spielt an nur einem Schauplatz und baut eine intensive Spannung auf, die bis heute ihresgleichen sucht. Dazu sind die Dialoge brillant, die Charakterzeichnungen fesselnd, der Humor exquisit.

Worum geht es? Fotograf James Stewart muss wegen eines Gipsbeins zu hause bleiben und verbringt den Tag damit, den Nachbarn zuzuschauen. Dabei fällt ihm das Verschwinden einer nörgelnden Ehefrau auf. Hat ihr Gatte (Raymond Burr) sie ermordet und die Leiche unter dem Blumenbeet vergraben?

Was Hitchcocks Filme heute noch so aufregend macht, ist die Fülle von Themen, die unter der spannenden Oberfläche verhandelt werden, von Obsessionen über Voyeurismus bis zur Analyse verschiedener Ehemodelle (in Form der Nachbarn) und dem Rollenbild von Mann und Frau: Grace Kelly wird aktiv und geht dem Geheimnis von gegenüber auf den Grund, während Stewart mit Gipsbein an den Rollstuhl gefesselt ist und hilflos zusehen muss, wie sie in Lebensgefahr gerät, aus der sie sich wiederum selbst befreien muss - die totale Umkehr der klassischen Thriller-Situation.

Grace Kelly war nie so schön wie hier und spielt die vielleicht beste Rolle ihrer Karriere. Erst wenn der Film ihr die letzte Einstellung schenkt, bemerkt man, dass sie im Grunde die größte emotionale Wandlung von allen Charakteren im Film durchlebt und viel mehr als bezauberndes Beiwerk ist. Ebenso wie Stewart in seiner Paraderolle (niemand spielt so gut den sympathischen Mann von nebenan) trägt Grace Kelly den Film. In einer Nebenrolle begeistert wie so oft die schlagfertige Thelma Ritter mit schwarzhumorigen Dialogen.

DAS FENSTER ZUM HOF zeigt Alfred Hitchcock auf dem Höhepunkt seiner Kunst.

10/10

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