Dienstag, 16. Februar 2010

Das China-Syndrom (1979)

"Das China Syndrom" stammt aus der kurzen Zeit, in der Hollywood anspruchsvolle, politisch und gesellschaftlich engagierte Stoffe produzierte und diese mit Stars besetzte, die auch brillante Darsteller waren, nicht nur Kassenmagnete.

So besticht denn das "China Syndrom" vor allem durch die hochkarätige Besetzung. Jack Lemmon geht geradezu beängstigend in seiner Rolle als Kernkraft-Techniker mit Gewissen auf, und wenn man Jane Fonda zusieht, kann man nur schmerzlich feststellen, dass sie leider seit Jahren der Leinwand fernbleibt - vielleicht weil Hollywood heutzutage nicht mehr in der Lage und Willens ist, Filme herzustellen, die mehr als nur unterhalten, um den Kassenerfolg nicht zu gefährden.

Produziert wurde das "China-Syndrom" von Michael Douglas, der hier eine eher untergeordnete Rolle spielt und die schauspielerischen Highlights ganz uneitel Fonda und Lemmon überlässt.

Die Inszenierung des Thrillers wurde übrigens seinerzeit als konventionell bezeichnet, heute wirkt sie geradezu experimentell - es gibt keinen Filmscore, keine oberflächlichen Spannungseffekte, keine Action. Der Film spielt von Anfang bis Ende mit der Angst und Beklemmung, das etwas passieren KÖNNTE, was weit über unsere Vorstellung hinausgeht. In dieser Hinsicht ist "Das China-Syndrom" geradezu mörderisch spannend, wenn auch vielleicht nicht gerade für jugendliche Zuschauer, die MTV-artige Schnittfolgen gewohnt sind.

10/10

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