Mittwoch, 17. Februar 2010

The Dark (2005)

Wer wenig Horrofilme in seinem Leben gesehen hat, der kann eventuell noch Vergnügen an "The Dark" finden, aber für den Fan des Genres gibt es hier weit und breit nichts Neues zu entdecken. Ähnlich wie sein nichtssagender Titel versinkt auch der Film selbst im absoluten Mittelmaß.

Die Story: eine junge Mutter fährt mit ihrer Tochter zum Vater des Kindes, der an der walisischen Küste lebt. Als die Tochter plötzlich im Meer verschwindet und die Mama Kontakt zu einem Geistermädchen bekommt, lüftet sich ein lange gehütetes Geheimnis um einen kollektiven Selbstmord der Dorfbewohner...

Zum Positiven: Hauptattraktion von "The Dark" ist natürlich die Landschaft der Isle Of Man mit ihren Steilklippen und tosender Brandung, die beunruhigend schön und gewaltig eingefangen ist. Tatsächlich ist die Szene, in der das Elternpaar nacheinander in die Fluten springt, um die Tochter zu retten, die einzig gelungene Sequenz. Die Darsteller Maria Bello (History of Violence) und "Boromir" Sean Bean agieren ebenfalls auf hohem Niveau und angenehm zurückhaltend, das kann man wirklich nicht von jedem Horrorfilm sagen. Es ist eine Wohltat, erwachsene Gesichter in einem Genrefilm zu sehen anstatt der unendlichen Reihe hübscher Teenie-Puppen, die sonst den Horrorfilm bevölkern. Da hört es allerdings auch schon auf. Die Story ist altbekannt und schon xmal gesehen - bis auf die durchgedrehten Schafe, die über die Klippen springen. Im Grunde ist "The Dark" ein weiteres Remake von "The Ring", nur mit eigenem Drehbuch. Das geht so weit, dass ganze Szenen aus "The Ring" kopiert werden (der Fall von der Klippe). Statt Gruselatmosphäre setzt Regiseur Fawcett auf "Buh"-Effekte, in denen jedes Mal der Ton derart aufdringlich aufgedreht wird, dass einem das Trommelfell aus dem Ohr springt.

Das hat mit Horror leider gar nichts zu tun, sondern ist nur ärgerlich und einfallslos. Die Handlung schleppt sich so dahin und wird in der zweiten Hälfte auch noch extrem soapig ("Lass mich dein Vater sein!") und dazu äußerst unlogisch. Von Originalität keine Spur, lediglich die Naturaufnahmen können da noch überzeugen, aber das ist leider zu wenig für einen gelungenen Filmabend. Ich persönlich kann schon lange keine toten Mädchen mit nassen Haaren aus dem Geisterreich mehr sehen, es reicht wirklich und ist längst Zeit für neue Ideen. Wer sich allerdings an Filmen wie "Ring" nicht satt sehen kann, der sollte hier zugreifen.

05/10

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