Dienstag, 16. Februar 2010

Comtesse des Grauens (1971)

Die Horrorfilme der britischen Hammer-Studios haben die Zeit unterschiedlich überdauert. Während viele ihrer Klassiker wie "Dracula" (1958) von zeitloser Qualität sind, können insbesondere einige der späteren Produktionen heute nicht mehr ganz überzeugen.
Nachdem die klassischen Monster Dracula, Frankenstein und Dr. Jekyll/Mr. Hyde bereits bearbeitet wurden, sah man sich Ende der 60er nach neuen Kreaturen um, die als Stoff für Horrorfilme herhalten mussten und entdeckte unter anderem die Legende der ungarischen Gräfin Elisabeth Bathory, eine ungarische Gräfin des 17. Jahrhunderts, die angeblich im Blut von Jungfrauen badete, um ihre Jugend auf ewig zu bewahren.

Aus dieser blutrünstigen Sage strickte man COMTESSE DES GRAUENS (Countess Dracula), der - unter der Regie des Ungarn Peter Sasdy entstanden - sich dank sorgfältiger Kameraarbeit, Musik und prachtvoller Ausstattung relativ gut gehalten, wenn er auch nicht wirklich Spannung erzeugen kann. Er ist dabei weniger Horrorfilm als Kostümdrama mit Schauer-Elementen. Für Fans der Hammer-Filme ist der Film allerdings Pflicht, zumal die wunderbare Ingrid Pitt die Rolle der berüchtigten Gräfin exzellent spielt. Durch das gute Alters-Makeup anfangs entstellt, verwandelt sie sich nach dem Blutbad in eine jugendliche Schönheit und Verführerin. Ihre Darstellung macht den Film sehenswert.

Das besondere DVD-Schmankerl befindet sich übrigens unter den Extras, und zwar ein Interview mit Ingrid Pitt, das bei einem Filmfestival geführt wurde. Dort erzählt die hinreißende (und etwas beschwipste) Schauspielerin sehr locker und mit viel Witz einige höchst delikate und komische Anekdoten aus ihrer Zeit bei den Hammer-Studios. Eine tolle Frau, und das Extra ist eigentlich allein schon den Kauf der DVD Wert.

05/10

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...